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Kurzhalten als hohes Ziel

Rasenmähen im Sommer

Schon ab April, sobald das Gras deutlich über 7 cm hinausschießt, wird in unseren Gärten fleißig gemäht, beim Gebrauchsrasen auf etwa 4 cm Höhe. Es ist zu empfehlen, die einmal gewählte Schnitthöhe auch beizubehalten und nicht zwischendurch tiefer zu legen. Die Pflanzen lagern Reservestoffe am Triebgrund ab und passen sich dabei der „normalen“ Schnitthöhe an. Es verursacht ihnen Probleme, wenn vom gewohnten Mäh-Rhythmus abgewichen und tiefer als sonst gemäht wird. Die Ausnahme von der Regel: im heißesten Hochsommer darf man um ca. 1 cm zu erhöhen, um den Rasen zu schonen.

Je nach Rasentyp wird unterschiedlich oft und auch mit unterschiedlichen Schnitthöhen gemäht. Wird nicht bewässert und wenig gedüngt, reduziert sich die Schnittfrequenz bei Trockenheit natürlich deutlich:

Rasentyp Wie oft im Jahr wird ca. gemäht? Schnitthöhe in cm Bei welcher Aufwuchshöhe in cm sollte gemäht werden?
Gebrauchsrasen 10 – 20 x 3,5 – 5 7 – 9
Sportrasen (bei regelmäßiger Düngung und Pflege besonders strapazierfähig) 20 – 45 x 2,5 –4 5 – 7
Zierrasen (aus speziell geeigneten Gräsern, fein und niedrig, aber weniger trittfest, er wird im Naturgarten durch den viel pflegeleichteren Landschaftsrasen mit Kräutern ersetzt) 20 – 40 x 1,5 – 2,5 3 – 5
Landschaftsrasen (eine Art Blumenwiese, zur Befestigung von Böschungen & Grünflächen) 1 – 2 x 7 – 8 variabel
Golf Green (nur zum Vergleich: äußerst pflegeintensive, ultrakurz gehaltene Rasen) 120 – 150 x 0,3 – 0,5 0,7 – 1,2

 

Der Trockenheit trotzen Im Naturgarten verzichten wir auf synthetische Mineraldünger und Pestizide zur Rasenbehandlung und setzen auf die Förderung der Vielfalt im Garten, auf Bodenbelebung durch organische Dünger wie etwa Kompost(tee) und damit auf die Gesundheit aller, die den Garten nutzen. Die Pflanzen selbst können durch Mykorrhiza-Pilze beispielsweise bei der Wasser- und Nährstoffaufnahme unterstützt werden. Ton-Humus-Komplexe erhöhen das Wasserhaltevermögen im Boden. Beim Mulchmähen das fein verteilte Schnittgut liegen zu lassen, verbessert die Bodenstruktur und spart Düngegaben ein.

Kräuter im Rasen sind uns sehr willkommen und halten hochsommerliche Hitze und Trockenheit oft besser durch als die meisten Rasengräser. Die Schafgarbe oder im folgenden Bild etwa ein Vertreter aus der Löwenzahnverwandtschaft zum Beispiel präsentieren sich bei uns noch in sattem Grün, wenn Gräserrasen ohne Beregnung schon ausgedörrten Marslandschaften gleichen.

 

 

Die freundlichen Blütenpflanzen wandern übrigens ganz von alleine ein, wenn Rasenflächen nicht gedüngt und schüttere Bereiche nicht rasch nachgesät werden und liefern am Beginn der Gartensaison nicht nur den ersten hungrigen Blütenbesuchern eine Stärkung, sondern auch uns GärtnerInnen schmackhafte Frühlingssalate, für die wir nichts zu tun brauchen, als wachsen lassen und ernten - bis zur ersten Mahd. Zurückgestutzt auf 4 cm vereinen sich Schafgarbe, Gänseblümchen, Günsel, Gundelrebe, Schlüsselblumen, Veilchen und Co. dann auch aufs Feinste mit den Rasengräsern zu einem ebenmäßigen sattgrünen Teppich.

 

 

Der richtige Mäher?

Das Um und Auf beim Schnitt sind gut gewartete und geschärfte Geräte. Die klassischen Spindelrasenmäher gibt es auch noch in einfacher Ausführung ohne Motorisierung und relativ günstig für kleinere, möglichst ebene Flächen. Man kann mit Spindeln sauber und bei Bedarf auch tiefer schneiden als mit einem Mäher mit rotierender Sichel (und hat nebenbei auch gleich noch ein Training). Das Schnittgut ist grundsätzlich kürzer und wird besser verteilt. Dafür sind Spindelmäher bei hohem oder nassem Gras den Sichelmähern völlig unterlegen, was sie störanfällig macht.

Die meisten Motormäher enthalten eine rotierende Sichel, sind robust und weniger störanfällig. Bei der Neuanschaffung ist aus ökologischer Sicht ein elektrischer Rasenmäher dem Benzinrasenmäher vorzuziehen, weil er leiser und einfacher zu handhaben ist (vor allem wenn er kabellos mit Akku funktioniert). Und es entfallen gesundheitsgefährdende Abgase. Beim Mähen unter Hecken und Vorsprüngen sollte vorab kontrolliert werden, ob sich keine Igel oder andere Nützlinge dort bequem eingerichtet haben.

 

 

Einen Rasenroboter nimmt man am besten nur tagsüber in Betrieb, um die nachtaktiven Igel(babys) zu schützen. Aufgrund des fehlenden Fluchtreflexes kann es bei diesen sympathischen Tieren zu folgenschweren Kollisionen und Verletzungen mit Rasenrobotern kommen. Denn Igel ziehen bei drohender Gefahr zuerst den Kopf ein, im nächsten Schritt rollen sie sich zusammen. Da allerdings an heißen Sommertagen das Mähen eine Belastung für die Pflanzen darstellt, sollte man auch der größten Mittagshitze ausweichen und den Roboter entweder vor 11 oder nach 15 Uhr losschicken.

Und ganz nebenbei bemerkt ist dieser Zeitraum auch zu empfehlen, wenn kein Roboter zum Einsatz kommt. Die Mittagshitze kann auch für den menschlichen Kreislauf belastend sein. Dann heißt es: zwischen 11 und 14 Uhr im Schatten Ruhe geben, viel Wasser oder Kräutertee trinken und Gartenarbeiten schon in der Früh oder erst gegen Abend in Angriff nehmen.

Weitere Infos zur Rasenanlage und -pflege, finden Sie im Downloadbereich von www.naturimgarten.at bzw. in meinem Blog vom April „Saftig grüner Rasen“

 

Fotos: Pixabay, Benes-Oeller

 

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