Tu es

Zimmerpflanzen – Wohlfühlklima

Mit einem Hauch von Exotik

Auf Reisen in wärmere Regionen überkommt mich jedes Mal der Wunsch, etwas von der Schönheit der dortigen Natur auch mit nach Hause zu nehmen. Bei meinem letzten Besuch in Costa Rica wucherten im Park des Hotels am Wegesrand die schönsten Palmen und viele tropische Gartenpflanzen, die bei uns als Zimmerpflanzen firmieren.

Am liebsten hätte ich von der dort entdeckten Stromanthe mit ihrem wunderschön rot-weiß-grün gemusterten Laub gleich ein paar Ableger mitgenommen. Da dies nicht möglich war, wollte ich sie zumindest nach meiner Rückkehr in Österreich besorgen. Wegen ihrer angeblich aber eher gehobenen Ansprüche verschob ich das Vorhaben und bleibe bis auf weiteres bei meinen bereits erprobten Schützlingen.

Robust und anspruchslos im lichten Schatten

Die im folgenden vorgestellten Pflanzen schätzen lichte Standorte nach Osten oder Westen, aber keine direkte (Mittags-)Sonne. Stellt man sie in der warmen Jahreszeit in den Garten, sollte man zum Schutz vor Sonnenbrand vollsonnige Plätze meiden. (Selbst Sonnenliebhaber aus dem Pflanzenreich müssen auf Sommerfrische zunächst noch in den Schatten.)

Bei der Grünlilie (Chlorophytum comosum) aus der Familie der Spargelgewächse kann man fast nichts falsch machen. Es gibt sie in grün und weiß gestreift und sie ist sehr leicht vermehrbar, indem man ihre Kindel eine Weile in Wasser stellt und dann eintopft.. Im südlichen Afrika wächst sie im Unterholz feuchter Wälder und Gebüsche, am Kilimandscharo bis in eine Höhe von fast 2500 m.

Auch das Riemenblatt, ein Amaryllisgewächs, vertreten durch Clivia miniata und andere Arten, stammt aus dem südlichen Afrika. Seine orangefarbenen Blüten zeigt es nur bereitwillig, wenn es ab Oktober eine mindestens zweimonatige Ruhezeit hat mit kühlen Temperaturen zwischen 10 und 12°C und wenn die Beleuchtung einigermaßen konstant ist. Eine am Topf angebrachte Markierung hilft dabei, die Stellung zum Licht beizubehalten.

Ein Fensterblatt, Monstera deliciosa, mit seinen ornamentalen Blätter mit bis zu 50 cm Durchmesser, hatte ich auch schon einmal. Erhältlich ist es im Fachhandel des öfteren, auch bei „Natur im Garten“ Partnerbetrieben wie ewa Bellaflora. Derzeit fehlt mir aber schlicht der Platz für diese bis 3 m hohe, wüchsige Zimmerpflanze. In den Wäldern Mittel- und Südamerikas winden sich ihre Verwandten an Baumstämmen bis in die Kronen der Urwaldbäume. Dementsprechend braucht sie keine volle Sonne, aber doch diffus helles Licht, möglichst von allen Seiten, und schätzt eigentlich auch ausreichend Luftfeuchtigkeit.

Ähnlich verhält es sich mit dem Schwertfarn (Nephrolepis exaltata), der in seiner tropischen Heimat meist den Ästen größerer Bäume aufsitzt und bei uns auch im Winter relativ wärmebedürftig ist. Am meisten Aufsehen erregen Sorten mit langen Wedeln als Ampelpflanzen. Erstmals ins Auge gestochen sind mir zwei Prachtexemplare auf einer Reise durch Lanzarote im weiß getünchten Museum des für die Insel sehr wichtigen Architekten César Manrique. Das ist viele Jahre her, aber erst letztes Jahr schaffte ich es, ein weiß panaschiertes Exemplar über www.raretropicals.de zu erstehen (erneut inspiriert von den Farnen in einem Secondhand-Design-Geschäft und Café in der Burggasse in Wien). Und schon sehr bald habe ich vor, mich dem Makramee zuzuwenden und selbst eine Ampel für meinen Schwertfarn zu knüpfen. Aber so weit ist es noch nicht.

Wohlfühlklima mit und für Zimmerpflanzen

Für das Wohlergehen der Pflanzen bei uns im Zimmer ist es jedenfalls interessant, ihre Herkunft und die Lebensbedingungen in der Heimat zu betrachten und dem möglichst nahe zu kommen. Gutgepflegte Zimmerpflanzen sorgen im Gegenzug dafür, dass auch wir uns wohlfühlen, indem sie Schadstoffe aus der Raumluft filtern, Staub auf den Blättern binden und die Luftfeuchtigkeit erhöhen. Der Anblick von Pflanzen wirkt konzentrationsfördernd, stressmindernd und beruhigend und trägt nachweislich zur Steigerung des persönlichen Wohlbefindens bei – umso mehr im home office.

Im Zimmer gut überwintern

Um unsere grünen Büroassistenten optimal bei ihrer wohltuenden Arbeit zu unterstützen, hat meine Kollegin Kathi Weber die wichtigsten Punkte zur ökologischen Zimmerpflanzenpflege im Winter zusammengetragen, denn während des Winters bedürfen die Pflanzen im ‚Urban Jungle‘ besonderer Aufmerksamkeit.  Heizungsluft, veränderte Lichtverhältnisse, Zugluft und Schädlinge machen den Zimmerpflanzen in dieser Jahreszeit häufig zu schaffen.

  • Prüfen Sie regelmäßig, ob sich nicht nur die Erdoberfläche trocken anfühlt, sondern auch die Erde darunter, und gießen Sie bei Bedarf mäßig. Viele Zimmerpflanzen stammen ursprünglich aus den feucht-warmen Regenwäldern und vertragen Trockenheit nicht gut. Sie können die Pflanzen öfters pro Woche mit einer Sprühflasche direkt besprühen, vor allem jene Gewächse, die auf dem Fensterbrett direkt über der Heizung stehen.
Zu viel gießen fördert Pilzbefall

 

  • Düngen Sie sehr zurückhaltend, maximal einmal im Monat mit organischem Dünger oder Komposttee. Für die meisten Pflanzen reichen drei Düngergaben über den Winter verteilt völlig aus.
  • Auch beim Lüften ist Vorsicht geboten. An frostig-kalten Tagen kann der Luftzug bei Pflanzen, die nahe dem geöffneten Fenster stehen, zu Erfrierungen führen. Halten Sie deshalb jene Fenster, bei denen regelmäßig gelüftet wird, im Winter pflanzenfrei.
  • Lassen Sie die Vorhänge tagsüber geöffnet, damit die Pflanzen das spärliche Tageslicht nutzen können. Durch das Heizen verstauben die Blätter im Winter schneller, wodurch weniger Licht zu den Blattoberflächen dringt. Regelmäßiges Abwischen oder Abbrausen mit lauwarmem Wasser entfernt nicht nur den Staub, sondern auch eventuell vorhandene Schädlinge.

Plagegeistern begegnen

Im Winter werden geschwächte Zimmerpflanzen häufiger von Schädlingen befallen. Schild- und Wollläuse erkennen Sie an kleinen, braunen bzw. weißen, wolligen Wülsten an Blattadern und Stängeln. Sie können diese abbürsten, hartlaubige Zimmerpflanzen können bei stärkerem Befall zudem mit Präparaten auf Rapsöl-Basis behandelt werden. Der Australische Marienkäfer mit „dunkler Bauchbinde“ verspeist mit Vorliebe Wollläuse.

Häufig und lästig sind auch Trauermücken, die ihre Eier in feuchter Erde ablegen. Die Mücken selbst sind als Lästlinge einzustufen. Die in der Erde lebenden Larven ernähren sich von abgestorbener, organischer Substanz, aber auch Wurzeln, und können dadurch empfindliche Pflanzen schwächen. Lassen Sie daher bei Befall die oberflächlichen Erdschichten im Topf ab und zu austrocknen indem nur von unten (in den Untersetzer) gegossen wird, dann können sich die Larven nicht entwickeln. Eine ca. 1 cm dicke Sandschicht auf der Erdoberfläche verhindert die Ablage von Eiern und das Schlüpfen der Mücken. Die Mücken selbst können mit Gelbtafeln und durch regelmäßiges Absaugen mit dem Staubsauger abgefangen werden. Bei starkem Befall sind im Fachhandel Neem (Azadirachtin)-Präparate oder Nützlinge wie Nematoden, die mit dem Gießwasser ausgebracht werden, erhältlich.

Eine dritte Plage im trocken-warmen Innenräumen können Spinnmilben darstellen. Die Blätter sind erst fahl und gesprenkelt und schließlich von einem Gespinst überzogen. Dagegen können Raubmilben eingesetzt werden, die man auf Bestellung per Post in kleinen Papiersäckchen erhält und so in die Pflanzen hängt. Innerhalb einiger Wochen räumen die emsigen kleinen Punkte auf den Blättern mit den Schädlingen auf. Allerdings werden die bereits verunstalteten Blätter nicht wieder schön, sondern nur die Neutriebe sind in Folge wieder befallsfrei , schön und gesund.

Der Winter ist nicht mehr lang. Sobald wir weniger heizen, wird es auch leichter für unsere grünen Gesellschafter und erst recht, wenn sie auf Sommerfrische in den Garten dürfen.

Fotos: „Natur im Garten“ (Beneš-Oeller, Leithner, Weber), piabay, Adobe Stock

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