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Schmetterlinge – bunte Schönheiten im Fokus

Mit ihrer Farbenpracht und Zartheit bezaubern Schmetterlinge uns alle. Von der Raupe bis zum Falter spielen die durch die Luft schmetternden Insekten eine wesentliche Rolle im heimischen Artengefüge. Ihr Verschwinden wirkt sich auf viele andere Tier- und Pflanzenarten aus. Mit über 4.000 Arten - 200 Tagfalter und über 3.800 Nachtfalter - gilt Österreich dank seiner unterschiedlichen Landschaften als der Schmetterlings-Hotspot Europas. Trotzdem ist auch hier bereits mehr als die Hälfte dieser Artenvielfalt ernsthaft gefährdet. Der Schutz unserer Schmetterlinge bedarf deshalb unser aller Aufmerksamkeit. Was Sie im Speziellen dazu beitragen können, finden Sie unter www.naturimgarten.at/schmetterlinge sowie in unserer Schmetterlingsbroschüre.

Die Begeisterung für diese einzigartigen, bunten und weniger bunten Fluggenies wächst auch durch ihre Vielfalt. Zu den auffälligsten und größten zählen u.a. Schwalbenschwanz oder Segelfalter. Aber auch die Verwandlung der Schmetterlinge vom Ei, über die Raupe und die „leblose“ Puppe zum fantastischen Falter, ist ein Ereignis, das Menschen immer schon erstaunt hat. Schmetterlinge gelten deshalb oft als Symbole für unser Dasein – auf der Erde und im Himmel. So sehr die flatternden Wesen uns Menschen begeistern, so wenig Freude herrscht dabei oft über ihre Raupen. Aber ohne Raupe kein Schmetterling.

Als GartenbesitzerIn oder BalkongenießerIn können Sie einiges dazu beitragen, um die immer selteneren Tiere zu fördern. Holunder, Schlehe, Heckenkirsche oder Weide, sowie viele Wiesenkräuter, Doldenblütler und längere Gräser locken die Falter an. Gegenspieler wie Chemie, Kunstdünger und intensivste Rasenpflege mit häufigem Mähen sind auf der Agenda der Naturgärtner*innen ohnedies nicht vorgesehen.

Unter den vielleicht hübschesten Gartenbesuchern unserer Tierwelt gibt es aber nicht nur diejenigen, die ins Auge stechen. Denn damit es nicht Bye, Bye Butterfly heißt, haben manche Schmetterlinge ganz spezielle Strategien entwickelt. Manche machen sich möglichst unsichtbar, um möglichst gut über die wackeligen Runden zu kommen. Im Gegensatz zu ihren Artgenossen mit farbenfrohen Mustern geben manche Schmetterlinge sich unauffällig oder transparent – von ziemlich bis völlig.

Nach dem Winterschlaf, den er durch Glyzerineinlagerungen ohne Schaden übersteht, ist der Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni) einer der ersten im Jahr, die es bei genauem Hinsehen zu entdecken gibt. Die Flügel vieler überwinternder Falter sind an den Unterseiten in Tarnfarben gehalten und unterscheiden sich kaum vom frischen Laubaustrieb. Die Flügeloberseiten dagegen locken mit auffälligen Farben und Mustern vor allem Partner an. Dass nicht jeder gelbe Schmetterling aus der Familie der Weißlinge ein Zitronenfalter ist, wird beim genaueren Hinsehen klar. Andere Gelblinge wie Heufalter oder Postillon gehören dazu. Der Zitronenfalter, der jeden Frühling ankündigt, sticht dagegen auch durch seine spitzen Flügel ins Auge, die aussehen wie frisch ausgetriebene junge Blätter. Hauptnahrungspflanze der Raupen sind Faulbaum (Rhamnus frangula syn. Frangula alnus) und Kreuzdorn (Rhamnus cathartica).

Glasflügler sind nicht allzu häufig anzutreffen. Hornissen-Glasflügler oder Bienen-Glasflügler zählen zu dieser Sesiidae-Familie der Schmetterlinge. Anstelle von sich überlappenden Chitinschuppen, die Holzschindeln im Miniformat gleichen, weisen seine transparenten Flügel winzigste röhrenförmige Nanostrukturen auf, welche die Reflexion von hellem Sonnenlicht so bündeln, dass kein Licht reflektiert wird, sondern direkt den Flügel durchdringt. Darüber hinaus sorgt ein wachsartiger Kohlenwasserstoffbelag für noch mehr Lichtdurchlässigkeit.
Zu den Glasflüglern zählt der Hummelschwärmer (Hemaris fuciformis) zwar nicht, gibt sich aber auch teilweise durchsichtig. Obwohl Schwärmer (Sphingidae) eigentlich zu den Nachtfaltern zählen, sind die Hummelschwärmer am Tag aktiv. Sie ähneln Hummeln, wobei die Flügel größtenteils durchsichtig sind und zum Außenrand hin braun-rote Flügelspitzen zeigen. Der Hinterleib ist stark behaart und größtenteils olivgrün und weinrot. Heckenkirschen (Lonicera) schmecken den Raupen besonders, die durch ihre grüne Färbung und nachtaktive Lebensweise fast unsichtbar sind. Mitunter passen auch Schneebeeren (Symphoricarpos), Labkräuter (Galium), Deutzien und Witwenblumen (Knautia) in ihr Nahrungsschema. Die erwachsenen Schwärmer selbst freuen sich über Leimkräuter (Silene), Günsel (Ajuga), Pechnelken (Lychnis), Lungenkraut (Pulmonaria) und auch Phlox und Flieder (Syringa).

Ein weiterer tagaktiver Nachtfalter ist der Pantherspanner (Pseudopantera macularia), der den Ursprung seines Namens nur schwer verleugnen kann. Besonders aus der Nähe erinnern die Schuppen an die großen Raubkatzen. Die gefleckten Schmetterlinge zeigen sich in sonnigen Gegenden an lichten Waldrändern oder im offenen trockenen Gelände – in Parks und Gärten. Hier finden sie sich an unterschiedlichsten Blüten ein. Besucht werden u.a. Taubnesseln (Lamium), Hahnenfuß, Wolfsmilch, Ehrenpreis, Weißklee, Zaunwicken, Giersch und Faulbaum oder wie hier auf dem Bild das Vergissmeinnicht (Myosotis). Die Raupen des Pantherspanners mögen u.a. Taubnesseln (Lamium), Ziest (Stachys), Hauhechel, Salbei (Salvia) und Gehölze wie Haseln (Corylus), Heckenkirschen (Lonicera sp.) und Salweiden (Salix).

Hier kommt ein weiteres Suchbild eines Schmetterlings. Wenn er mit seinen zusammengeklappten Flügeln auf Baumstämmen, Zweigen oder Steinen sitzt, macht ihn das nahezu unsichtbar. Bei ihm zahlt sich also ein genauer Blick aus. Auf der Rinde ist der Weiße Waldportier (Brintesia circe) nur bei genauem Hinsehen zu entdecken. Er gehört neben Ochsenauge, Schachbrett und Wiesenvögelchen zu den Edelfaltern (Nymphalidae). Wie der Name schon verrät, sind die weißen Querbinden mit den becircenden Augenflecken auf den Flügeloberseiten für ihn kennzeichnend. Dieser mittlerweile selten gewordene Augenfalter mag sonnige Waldränder, warme nach Süden exponierte Hänge und Lichtungen mit Gebüschen, die er gerne aufgesucht. Vor allem violette Blüten wie Karden (Dipsacus), Skabiosen, Flockenblumen (Centaurea) und Wirbeldost (Clinopodium) werden angeflogen.
Die Eier werden während des Fluges auf dem Boden nahe wärmender Felsen abgeworfen. Die Raupen fressen dort bevorzugt an Gräsern und überwintern als halbwüchsige Raupen. Mitunter finden sich die Falter auch auf feuchter Erde oder auf Kot, wo sie Wasser und Salze aufnehmen.

Apropos… Haben Sie ihn auf den ersten Blick entdeckt?

Erde und Fallobst stehen auch für einen anderen Edelfaltern auf dem Speiseplan - für den Kleinen Schillerfalter (Apatura ilia). Seine Raupen fressen an verschiedenen Pappel- und Weidenarten.

© AdobeStock

Im Jahr 2023 veranstaltete „Natur im Garten“ gemeinsam mit CEWE und Blühendes Österreich den Fotowettbewerb „Schmetterlinge – bunte Schönheiten im Fokus“. Die kostenlose Schmetterlingsapp von Blühendes Österreich half bei der Bestimmung der Fotomotive. Unter cewe-fotoservice.at finden Sie Fototipps für Einsteiger und Profis.

Fotos: „Natur im Garten“, Beneš-Oeller, Streicher, Brocks, Haiden, AdobeStock

Margit Beneš-Oeller

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