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Die Distel

Staude des Jahres 2019

Jedes Jahr wählt der Bund deutscher Staudengärtner eine Staude des Jahres. Diesmal ist es die Distel. Doch was ist „die“ Distel? Disteln ist eine Sammelbezeichnung für diverse stachelige krautige Pflanzen aus unterschiedlichen Pflanzenfamilien. Die meisten Disteln gehören in die Familie der Korbblütler, also in die Verwandtschaft von Astern, Dahlien, Gänseblümchen, Löwenzahn, Margeriten und Sonnenblumen. Die zweitgrößte Gruppe zu den Doldenblütlern, also in die Verwandtschaft von Dill, Fenchel, Karotte, Kerbel, Koriander, Petersilie und Schierling.

Beim Wort Distel denken wir unweigerlich an „Unkraut“. Doch wären alle Disteln Unkräuter, hätte man sie nicht zur Staude des Jahres gewählt. Die Wahl fiel nicht nur wegen zahlreicher unterschätzter Gartenstauden auf die Distel, sondern auch wegen des Insektensterbens. Gleich ob Korb- oder Doldenblütlerdisteln, beide sind sehr wichtige Nahrungspflanzen für eine Vielzahl von Insekten, die ihre Blüten besuchen, oder, wie die Raupen des Distelfalters, an ihren Blättern fressen. Die Früchte der Korbblütlerdisteln sind ein wichtiges Futter für eine Vielzahl an Singvögeln. Auch als Kulturpflanzen sind Disteln wichtig: Mariendistel und Benediktenkraut als Heilpflanzen, Artischocke als Gemüse, Saflor als Ölsaat und Safran-Ersatz.

„Wären alle Disteln Unkräuter, hätte man sie nicht zur Staude des Jahres gewählt“

Distel ist nicht gleich Unkraut

 

Neben langlebigen Stauden gibt es auch Distelarten, die meist nur einmal blühen und nach der Fruchtbildung absterben.  Sie sind gärtnerisch schwierig, da sie versamen müssen. Das ist bei den gärtnerisch genutzten Arten zwar unproblematisch, aber sie keimen nur in offenem Boden. Im dicht bewachsenen Staudenbeet können sie sich nicht durchsetzen.

 

Die Elfenbein-Edeldistel

Die Elfenbein-Edeldistel (Eryngium giganteum) gehört zu den Doldenblütlern. Sie stirbt nach der Samenbildung ab, versamt aber mäßig, ohne lästig zu werden.
Unter den Gartenstauden sind vor allem die Edeldisteln oder Mannstreu-Arten (Eryngium) von Bedeutung. Zu ihnen gehören auch die bei Bestäubern beliebtesten Arten. Die Gattung ist fast weltweit verbreitet. Im Staudensortiment findet man europäische, nord- und südamerikanische Arten für trockene bis feuchte Standorte. Ihre Blütenstände sind silbrig grün bis blau.

 

Kugel- und Edeldisteln

Zweitwichtigste Gattung im Gartenbau sind die Kugeldisteln (Echinops). Sie bestechen durch ebenfalls silbrige bis blaue Blütenkugeln, die oberflächlich betrachtet Zierlauch ähneln. Die meisten Arten mögen trockene Standorte.

 

Die Nickende Ringdistel

Die Nickende Ringdistel (Carduus nutans) etwa verirrt sich immer wieder in Gärten, ist hübsch, wuchert nicht, ist nur mäßig dornig und stirbt nach der Samenbildung ab.

 

Die Acker-Kratzdistel

Die Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense) ist zwar wenig bedornt, wird aber durch Ausläufer lästig.

Ausläuferbildende Arten wie die Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense) oder die Acker-Gänsedistel (Sonchus arvensis) sind als Wurzelunkräuter gefürchtet, allerdings die Ausnahme. Gewöhnliche Kratzdistel (Cirsium vulgare), Weg-Ringdistel (Carduus acanthoides) und Gewöhnliche Eselsdistel (Onopordum acanthium) gehören zu den stark bedornten Arten, die mitunter als Samenunkräuter lästig werden können. Die Mehrzahl auch der wilden Disteln verhält sich im Garten aber manierlich.

 

Die Gewöhnliche Kratzdistel

Leider versamt die hübsche, nach der Fruchtbildung absterbende  Distel gerne in Rasenlücken und ist daher in Gärten unbeliebt.  

Unter den Kratzdisteln war vor 30 Jahren noch Cirsium japonicum in mehreren Farbsorten von rosa bis dunkelpurpurn im Standardsortiment. Heute ist die Japan-Kratzdistel kaum mehr erhältlich. Cirsium 'Atropurpureum' ist eine intensiv purpurrote Hybride der heimischen Bach-Kratzdistel (Cirsium rivulare). Sowohl Japan- als auch Bach-Kratzdistel mögen feuchtere Standorte.

 

Die Wegdistel

Rundum bedornt ist die Wegdistel (Carduus acanthoides). Auch diese Art stirbt ab, sobald sie ausgesamt hat.

 

Die Eselsdistel

Die attraktive Eselsdistel (Onopordon) wird bis drei Meter hoch und wird auch gärtnerisch verwendet. Die nach der Fruchtbildung absterbenden Pflanzen versamen jedoch sehr stark, weswegen die durchsetzungskräftige heimische Art kaum verwendet wird.

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