Gesunde Süßkartoffeln

Superfood ernten, genießen, vermehren

Dank einer Substanz namens Caiapo, die vor allem in ihrer Schale steckt, wirken sich die Bataten, wie die süßen Knollen auch genannt werden, positiv auf das Blutbild aus. Caiapo kann die Cholesterinwerte verbessern und den Blutzuckerspiegel bei Typ II Diabetes senken. Ihr hoher Gehalt an Magnesium und Kalium stärkt auch das Nervenkostüm. Zahlreiche Ballast-, Farb- und weitere Mineralstoffe sowie Vitamine runden die gesundheitsfördernde Wirkung der Süßkartoffel ab.

Rundum gesund ist sie also und dazu auch noch schmackhaft. Man kann sie braten, frittieren, pürieren und sogar roh gerieben – wie Karottensalat – genießen. Einfach fein sind Süßkartoffel-Chips. Dafür die Süßkartoffeln waschen, aber nicht schälen, und mit einem scharfen Messer, Sparschäler oder Gemüsehachel in etwa 2mm dicke Scheiben schneiden. Auf einem oder mehreren Backrosten mit Backpapier auflegen, ohne dass die Scheiben

einander überlappen, nach Belieben mit Olivenöl beträufeln und mediterranen Kräutern bestreuen und bei 200°C ca. 20 Min. backen. Dann einen Holzstiel oder ähnliches in die Ofentür klemmen und bei Umluft ohne Backtemperatur weitere 30 Minuten knusprig backen bzw. trocknen. Vor dem Servieren etwas salzen.

Gesunde Knollen für Garten und Balkon

Anders als die bei uns weithin kultivierten Erdäpfel gehören Süßkartoffeln (Ipomoea batatas) zur Familie der Winden und auch das Laub und die jungen Triebe der wüchsigen Ertragssorten mit bis zu 3 m langen Ranken können über den Sommer wie Spinat zubereitet und gegessen werden – allerdings auf Kosten des Knollen-Wachstums. Ziersorten mit attraktiven Blattfarben und kompakterem Wuchs punkten dagegen grundsätzlich weniger durch große Speicherwurzeln als vielmehr durch ihre dekorativen Blätter und attraktiven rosa-violetten oder weißen Blüten ab Mai.

Vermehrt werden die Bataten durch Knollen, die im Frühjahr mit der Unterseite in einem Gefäß ins Wasser hängend vorgetrieben und dann getopft werden, und durch Stecklinge eben davon.

Wer die Knollen lieber alle aufessen möchte als sie zur Vermehrung einzusetzen, kann aber auch am Sommerende (oder spätestens jetzt – falls die Triebe noch grün sind) Spross-Stecklinge schneiden, in Wasser bewurzeln, dann mit vorgedüngter, torffreier Blumenerde eintopfen, möglichst hell in einem Innenraum überwintern und zwischendurch auch mal mit organischem Flüssigdünger versorgen, damit sie nicht verhungern.

Von den Ranken der überwinterten Pflanzen werden im Frühjahr wiederum Stecklinge gemacht und nach den Eisheiligen ausgepflanzt. Diese sollten zumindest drei Blattachseln mit Augen aufweisen und werden zunächst in ein Gefäß mit Wasser gestellt, wobei nur ein Auge über Wasser steht. Haben sich neue Blätter und Wurzeln gebildet werden sie getopft. Kräftige Neutriebe können wiederum zu Stecklingen werden. Zum Einsatz in Beet und Trog kommen dann womöglich Stecklinge vom Steckling vom Steckling…

Feine Sorten für unsere Breiten

Mittlerweile gibt es für unser Klima robustere Sorten der wärme- und sonnenhungrigen Pflanze. Sie können im Garten, im Hochbeet und sehr gut auch in großen Pflanzsäcken oder 60 cm breiten, möglichst dunklen Töpfen, die sich in der Sonne schnell erwärmen, in einer Mischung aus torffreier Erde und Sand gezogen werden. Darin kann man die Triebe, um Platz zu sparen, dekorativ an einem über der Topfmitte platzierten Stangenzelt hochführen, indem man sie mit einer Schnur anbindet.

`Evangelina´ besticht mit violetter Schale, orangefarbenem Fleisch und guten Erträgen. `Bonita´ bietet eine rosa Schale und weißes Fleisch. `Beauregard´ mit roter Schale und orangefarbenem Fleisch ist besonders ertragreich

Die Ziersorten `Blackie´ und `Sweet Caronline Purple´ punkten beispielsweise mit schwarzrotem, `Marguerite´ mit gelblich-hellgrünem Laub.

Jetzt ist Erntezeit

Geerntet werden die Knollen möglichst an einem trockenen, sonnigen Herbsttag - etwa 100 bis 150 Tage nach Kulturbeginn - sobald das Laub vergilbt und bevor die ersten durchdringenden Fröste auftreten. Manche Landwirte warten oberflächliche Frostnächte aber bewusst ab. Eine dicke Mulchschicht aus Miscanthusstreu oder Stroh bietet auch am Balkon nicht nur Schutz vor Trockenheit im Sommer, sondern auch vor der ersten Kälte. Fallen die Temperaturen unter 10°C wird es aber Zeit für die Ernte, da dann die Pflanze abstirbt. Bekommen auch die Knollen Frost ab, werden sie unbrauchbar

Vor der Ernte wird das Laub mit der Gartenschere abgeschnitten und die Knollen, die recht dicht unter der Erdoberfläche liegen, vorsichtig mit einer Grabegabel ausgehebelt. Dafür die Erde rings um die Pflanzen lockern und die Knollen mit den Händen herausziehen, um sie nicht zu verletzen. Jede Schramme verkürzt die Haltbarkeit. Im Hochbeet kann statt der Grabegabel auch eine Handschaufel zum Einsatz kommen. Bepflanzte Kübel oder Säcke einfach umdrehen und auf eine Plane ausleeren. Das hat den Vorteil, dass die kostbare Fracht nicht beschädigt wird. Verletzte Süßkartoffeln werden als erste in der Küche verarbeitet und kommen nicht ins Lager.

Nach der Ernte kann man die Knollen noch ein paar Tage an einem schattigen, regengeschützten Ort draußen liegen lassen. Dann schlichtet man sie ungewaschen, mit anhaftendem Erdfilm, locker in Körbe oder luftige Kisten und lagert sie an einem dunklen, eher trockenen Platz mit Temperaturen von etwa 12°C – aber bitte nicht neben Äpfeln, die mit ihrem Reifegas den Verfall von jedwedem Gemüse beschleunigen.

So halten sie einige Wochen, wenn sie nicht schon vorher verspeist werden.

Guten Appetit!

Fotos und Abbildungen: Margit Beneš-Oeller, Stefan Streicher, Anna Leithner (Natur im Garten)

Anna Leithner

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