„BLATTSALAT“

Vielfalt für den Gaumen

Gibt es etwas Delikateres und Gesünderes als bunte Salate frisch aus dem eigenen Garten?

Die Samen der Gemüsepflanzen keimen innerhalb weniger Tage und sind bereits nach einigen Wochen ausgewachsen, blühen und tragen Früchte. Salate sind besonders schnellwüchsig und bringen eine rasche Ernte.

Salate liefern viele Vitamine, die das Nerven- und Immunsystem stärken und für frisches Aussehen sorgen. Kopfsalat darf deshalb in keinem Gemüsegarten fehlen! Am besten wird alle 14 Tage nachgesät oder gepflanzt – dann gibt es immer wieder frische Ernte.

Schnittsalat dagegen bildet keine „Köpfe“ aus, sondern nach und nach werden die größten Blätter von außen nach innen geerntet. Sie können aber auch die ganze Pflanze knapp über dem Boden abschneiden. Zum Pflücksalat gehören Sorten wie ´Lollo Rosso` und ´Eichblattsalat`. Bei ihnen wachsen die Blätter immer wieder nach, wenn sie einzeln gepflückt werden. Dazu werden jeweils die größten Blätter von unten nach oben gepflückt.

Schnitt- und Pflücksalate wachsen sowohl in Sonne wie im Halbschatten und können vom Frühling bis in den Sommer geerntet werden. Angebaut wird Pflücksalat im Reihenabstand von 30 cm und 15 cm in der Reihe, Schnittsalat im 20 cm Reihenabstand und 5 cm in der Reihe

Kopfsalat braucht viel Sonne, um in gut sechs Wochen einen schönen Kopf auszubilden. Weil er im Ganzen geerntet wird, sät man ihn am besten alle 14 Tage nach (frühe Sorten 20 cm, späte Sorten 30 cm Abstand).

Die Aussaat ins Freiland erfolgt etwa ab April ins Freiland. Nach etwa sechs Wochen können die ersten Blätter abgezupft werden.

Im Frühbeet oder am Fensterbrett ist eine Aussaat schon ab Februar möglich, die Pflanzen werden mit dem „Ballen“ versetzt und sind schon Ende April reif für die erste Ernte.

Manche mögen´ s heiß? Manche weniger – sie schießen… Vom Winter bis in den Spätherbst hinein gibt es für jeden das richtige Blatt. Einige Salate lassen sich auch als Gemüse genießen.

Salat liebt generell „kühle Füße“ und verträgt eine dicke Mulchschicht, aber kein Anhäufeln mit Erde. Sein Optimum liegt bei nahrhaften, feuchten Böden und kühlen Temperaturen. Alle der hier vorgestellten Arten lassen sich auf jedem Gartenboden- außer leichtem Sandboden- anbauen. Hier käme man mit dem Gießen nicht nach, denn die vitaminhaltigen, großen Blätter verdunsten mehr Wasser, als das flachwachsende Wurzelnetz beisteuern kann. Salat braucht regelmäßige Wassergaben während der gesamten Wachstumsphase. Früher hat starkes Gießen im Frühling durch Absenkung der Bodentemperatur eher geschadet. Bei Frühlingstemperaturen um die 30 ° C muss man sich da weniger Sorgen machen.

Besonders wichtig ist, dass Sie beim Verpflanzen die Jungpflanzen nicht zu tief setzen. Der Wurzelhals muss offen liegen, damit sich Salatköpfe ausbilden können. Vorsicht ist auch bei chemisch-synthetischen Mineraldüngern geboten, die den Salat allgemein anfälliger für Trockenperioden machen. Verrotteter Stallmist oder Kompost bewähren sich stattdessen. Frühen und späten Sorten sollten Sie mehr Licht gönnen als Sommersorten.

BUMMERLSALAT, EIS- ODER KRACHSALAT
Aussaat: ab III (März) ins Frühbeet, dann etappenweise; es gibt Frühsorten, schoßfeste Sommer- und Spätsorten: Fortunas (lausresistent), Grazer Eishäuptel, Grazer Krauthäuptel 2 (schießt nicht so schnell), Great Lakes 118, Laibacher Eis 2, Unikum – AS

CHICOREE, ZICHORIENSALAT ODER ZUCKERHUT
Aussaat von V bis VII
Als Schnittsalat oder als Kopfsalat zu ziehen, für letzteres wird er auf 20 cm vereinzelt: Zuckerhut

Aussaat: Sommerendivie ab III, Winterendivie ab VI
Wird auf 30 cm ausgedünnt. Bei trockenem Wetter die Köpfe zum Bleichen zusammenbinden ungebleichte grüne Endivien sind zwar etwas bitterer, dafür aber gesünder: Bubikopf 2, Diva (=Super Riesen); Escariol, Frisée-Endive, Grüne große Krause

KOPF- ODER HÄUPTLSALAT
Aussaat: ab III ins Frühbeet, dann wenig und etappenweise
Es gibt Frühsorten, schoßfeste Sommer- und Spätsorten. Der Wurzelhals muss beim Verpflanzen offen liegen: Admiral, Attractie, Brune d'hiver, Kagraner Sommer, Maikönig (früh), Neusiedler Gelber Winter; Sylvesta (lausresistent), Winterkönig

PFLÜCK- ODER SCHNITTSALAT
Aussaat ab III ins Frühbeet, dann etappenweise
Durch das Schneiden der äußeren Blätter erlauben die losen Rosetten zahlreiche Ernten: Amerikanischer Brauner, Eichblattsalat, Grüner Eishäuptel, Lollo rossa, Salad Bowl (gelbgrüner Eichenlaub), Red Salad Bowl

RADICCHIO
Aussaat von Mitte V - Mitte VI
Die Jungpflanzen nicht zu tief in feuchte humusreiche Erde setzen, reifen im Spätherbst: Palla rossa 2

RÖMER- ODER BINDSALAT
Aussaat: ab III in Frühbeete, dann etappenweise bis V
Er bildet längliche Köpfe und übersteht heiße Perioden ohne auszuwachsen. Forellenschluss ist ein delikater Kochsalat mit roten Punkten.

RAUKE (RUKOLA)
Die alte Salatsorte liefert auch im Halbschatten Blätter mit nussigem, leicht bitterem Geschmack. Direktsaat ins Beet ab Anfang April mit 20 cm Reihenabstand oder auch in Balkonkistchen

VOGERL- ODER FELDSALAT ODER RAPUNZEL
Aussaat: Dunkelkeimer, deshalb 1 cm tief VII - Ende VIII
auf 10 cm ausdünnen, der langsam wachsende Salat verträgt wenig Unkrautdruck, jedoch Frost bis zu -15°C: Coquille de Louviers, Dunkelgrüner vollherziger 2, Holländischer breitblättriger, Vit

Schau genau

In der biologisch - dynamischen Fruchtfolge: stehen auf dem Beet im 1. Jahr Fruchtgemüse (Paradeiser, Paprika), im 2. Jahr Wurzelgemüse (Karotte, Rote Rübe), im 3. Jahr Blattgemüse (Salat, Mangold, Spinat) und im 4. Jahr Blumen und Kräuter. Als schädlingsabwehrende Kombination dienen Radieschen gegen Erdflöhe

Verfärbungen müssen nicht auf Krankheiten hindeuten, sondern werden meist durch zu wenig Wasser hervorgerufen. Salatfäule, einem Pilz begegnen Sie durch das frühe Absammeln befallener Blätter. Blattläuse und Schnecken fangen Sie möglichst früh ab.

Fotos: „Natur im Garten“, Beneš-Oeller, Streicher, Brocks, Haiden

Margit Beneš-Oeller

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