Tu es

Laub sinnvoll nutzen

Gold für den Garten

 

Goldfarben, orangerot bis braun weht es am Fenster vorbei und erinnert uns wehmütig an vergangene Sonnentage, flüchtig, vergänglich, oder an fröhliche Kinderspaziergänge - wohlig warm eingepackt in Flausch und Bausch: Mit einem Satz im Laubhaufen, nur auf Gesicht und Händen ein kühler Hauch, wenn nicht die milde Herbstsonne alle Farben warm erstrahlen lässt. Das Herbstlaub erzeugt eine ganz besondere Stimmung luftiger Loslösung und Veränderung und ist zudem vielfältig verwendbar.

 

Schützende Nischen für Nützlinge

 

Während das Falllaub von Rasenflächen entfernt werden sollte, um dort nicht bei Feuchtigkeit zu dichten Platten zusammengepappt die licht- und lufthungrigen niedrigen Gräser zu ersticken, kann es getrost in Staudenbeeten, unter Sträuchern und auf brachliegenden Gemüsebeeten liegenbleiben. Auf den abgeernteten, nackten Beeten bringen wir es sogar in dicker Schicht auf und lassen diese bis in den März liegen – als Futter für die Bodenlebewesen, wärmende Decke und Unterschlupf für die Tierwelt. Marienkäfer etwa nutzen warme Verstecke unter Laub, um den Winter zu überdauern. Auch Florfliegenbehausungen werden locker mit Heu oder trockenem Laub befüllt. Für Igel sollte es gar ein richtiger Laubhaufen unter einem Dach sein, oder noch besser Laub und Reisig gemischt. Gerne darf dieser an den Komposthaufen anschließen.

 

Aus gelbem wird schwarzes Gold

 

Und damit sind wir schon mitten in einer weiteren Einsatzmöglichkeit: Laubkompost ist besonders hochwertig und universell einsetzbar – als Dünger, aber auch Substrat für Blumentöpfe. Besonders schnell erfolgt die Umsetzung, wenn das Laub gehäckselt und mit Urgesteinsmehl versetzt wird. Reicht der Komposthaufen nicht aus, kann fein zerkleinertes Laub auch in Plastiksäcke, Wannen oder Tröge abgefüllt werden - gerne auch mit Abzugslöchern. Die offenen Behälter werden so abgestellt, dass der Regen den Inhalt benetzen kann. Oder aber man bindet die Säcke zu und durchlöchert sie für die Belüftung. Im Frühling ist daraus mitunter schon reifer Kompost zu entnehmen, jedenfalls bei „mildem“ Laub von Blütensträuchern, Obstgehölzen, Linde, Ahorn, Hainbuche oder Esche. - Erlen-, Pappel- und Weidenlaub braucht etwas länger.

 

 

„Saures“ Laub - etwa von Nussbaum, Eiche, Birke, Buche, Maroni und insbesondere die Nadeln von Fichte und Kiefer – brauchen am längsten zur Kompostreife, zumindest ein Jahr. Dafür kann man daraus torffreie Moorbeeterde gewinnen, zum Beispiel für Heidelbeeren.

Häckselt man Rosskastanienlaub möglichst fein und kompostiert es, trägt das übrigens dazu bei, die Miniermotte zu dezimieren, die ansonsten verpuppt in Laubschichten am Boden überwintert.

Für eine gute Rotte ist ein ausgewogenes Verhältnis von kohlenstoffhältigen strohig-holzigen Materialien zu stickstofflastigem weichem Material wie Küchenabfällen vorteilhaft. Deshalb kann man gesammeltes Laub auch als Kohlenstoff-Vorrat sammeln und bei Bedarf im Winter mit Küchenabfällen mischen.

 

Ein Fass ohne Boden – kann es die Rolle?

 

Habe ich eine große Fläche mit viel Laub abzurechen, verwende ich gerne eine große Plane: Nach dem Freirechen einer rechteckigen Fläche entsprechender Größe breite ich diese aus, reche von allen Seiten jede Menge Laub darauf, schlage die Plane dann wie einen Strudelteig von zwei gegenüberliegenden Rändern her eine Armlänge über die Fülle und rolle das Ganze quer dazu auf. Noch einmal zusammengeschlagen kann man die dicke Wulst auf eine Scheibtruhe befördern, ohne dass ein Blatt verlorengeht, und am Bestimmungsort gezielt entrollen.

 

 

Leichtes, trockenes Laub sammeln und gleichzeitig häckseln geht sogar noch einfacher mit einem Rasenmäher mit Fangsack, indem man drüber mäht. So zerkleinert benötigt das Laub auch wesentlich weniger Platz.

Wer einmal ein Hochbeet befüllt hat, weiß: da geht jede Menge hinein, zumal das Laub zusammensackt, wenn die abschließende Erdschicht obenauf kommt. Es bietet sich an, den Kasten dafür im Herbst zu bauen oder für den kleinen Bruder, das Hügelbeet, zwei Spaten tief auszuheben. Beim Hügelbeet gibt es keinen hohen Rahmen, sondern die Befüllung wandert in den Untergrund. Zuunterst werden Äste und Zweige eingefüllt und darauf jede Menge Laub: von Laub im Ganzen wird ein möglichst großer Gupf gebildet. Darauf kommt dann noch eine dicke Schicht Reifkompost und Gartenerde. Wer es genauer wissen will, findet Informationen auf unserer homepage unter „Gartenwissen“ / „Broschüren und Infoblätter“ bzw. ganz gezielt unter dem folgenden Link: Hochbeete.

 

Wärmende Hüllen, Herbst-und Winterdekor

 

 

 

Topfpflanzen kann man zum Schutz vor der Kälte auf Holzbrettern gruppieren, Einzeltöpfe oder die ganze Gruppe mit Vlies oder Jute ummanteln und alle Zwischenräume mit Laub ausstopfen.

Im Freiland kann man unempfindliche Behälter auch in der Erde versenken und obenauf mit einer Laubschicht schützen.

 

 

Und last but not least ist Laub auch ein herrliches Bastelmaterial. Besondere Einzelblätter werden zwischen Buchseiten gepresst zu einer wunderschönen Dekoration für transparente Lampenschirme oder fürs Poesiealbum.

 

 

 

Fotos: Haiden, Leithner, Brocks, Hilbert

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