Tu es

Lassen Sie nicht hängen

die besten Pflanzen für Ampeln im Schatten

 

Ob im schattigen Hinterhof oder am nordseitigen Balkon - auch hier sorgen Pflanzen für mehr Flair. In Ampeln bieten sich Konstruktionen aus Metallkörben und Kokosfaser bzw. Moos für eine nähere Beschau an. Außerdem mutieren hier ausrangierte Taschen oder Stoffsackerl zum weithin sichtbaren Blickfang. Beide werden mit einer Kunststofffolie ausgekleidet, die mittels einiger Löchern Staunässe vermeidet. Achtung ist bei Dachvorsprüngen geboten, denn eines brauchen selbst die stärksten Schattengewächse immer zum Leben: Wasser.

Stauden und Beikräuter für die Ampel

 

Wasserfallartig gießt sich den auch eine alte bitteraromatische Heilpflanze aus der Familie der Lippenblütler aus hängenden Blumenkörben oder erhöhten Wänden. Der Gundermann (Glechoma hederacea) wird auch Echt-Gundelrebe, Gundelrebe oder Erdefeu genannt. Meist findet nur die buntblättrige Sorte `Variegata‘ dieses Beikrauts Verwendung als Ampelpflanze. Dabei lässt die alte aromatische Heil- und Gewürzpflanze ihre kleinen feinen Triebe bis zu 2 m hängen und sieht immer frisch aus, egal ob nun mit grünem oder weiß panaschiertem Laub.
Wie ein Wasserfall herunterfallen, das kann auch das Pfennigkraut (Lysimachia nummularia) mit Bravour und grünem oder gelbgrünem Laub. Die Blätter erinnern an kleine Münzen. Die rasch wachsende Pflanze bevorzugt frische bis feuchte, sandig-lehmige und nähstoffreihe Erde. Der Blutrote-Storchschnabel (Geranium sanguineum) legt sich ebenfalls malerisch ins Zeug. Auch Bienen mögen das scheinbar und natürlich die weißen bis pinken Blütchen. Selbst der pflegeleichte Kriechende Günsel (Ajuga reptans) bietet als Ampelpflanze interessante Blattfarben und hängt eben mal so rum. Seine blauen Frühlingsblüten Blüten werden gerne von Bienen, Hummeln und Schwebfliegen anvisiert. Bunt geben sich die Wald-Erdbeere (Fragaria vesca `Albo-variegata‘) und die Scharlacherdbeere `Variegata‘ (Fragaria virginiana) mit türkisgrün-weiß panaschierten Blättern die Ehre. Sie sind einfach eine Zierde und auch an schattigen Stellen ein wahrer Lichtblick. Letztere Sorte der amerikanischen Wilderdbeere stammt aus der Erdbeeren-Sammlung der Widerstandkämpferin und Botanikerin Elisabeth Schiemann in Berlin Dahlem. Will man die kleinen, roten Erdbeeren mit ihren tief eingesunkenen Samen ernten, braucht es nicht zu viel Dunkelheit und eine zweite Scharlacherdbeere als Befruchtungspartner in der Nähe.
Die Hängepolster- und Dalmatiner Glockenblume (Campanula poscharskyana, C. portenschlagiana) sind aus dem Halbschatten nicht wegzudenken. So zierlich wie sie auftreten, sind sie dabei gar nicht: Bis zu 70 cm können die Triebe werden, die reichlich zart-blaue Blüten zeigen.

Aus dem Zimmer ins Freie

Wo tiefer Schatten herrscht, darf dagegen Efeu (Hedera helix) nicht fehlen. Es gibt auch von ihm winterharte Zierformen, die etwas weniger ausbreitungswütig sind. Oft ebenfalls bei den Zimmerpflanzen zu finden, ist Hängender Steinbrech (Saxifraga stolonifera) völlig winterhart. Als perfekte Pflanze für die Hängeampel wächst dieses in Asien heimische Gewächs in einer Art Rosette mit langen rötlichen Trieben, die runde Blätter mit helleren Blattnerven tragen. In Japan sollen sie gekocht oder frittiert und auch roh als Salat zubereitet werden. In ihren lockeren rispigen Blütenständen zeigen die Pflanzen von Mai bis August bis über 60 weiße Blüten. Ab September trägt der Oktober-Steinbrech (Saxifraga cortusifolia var. fortunei) weiße Blüten über herzförmigen Blättern. Als flach wachsende Staude wird er bis zu 25 cm hoch und breit. Den Boden will er dafür durchlässig, humos und locker, die Lage ebenfalls halbschattig bis schattig.

Mit ihren hauchzart gefärbtem, „herzigem“ Laub hat die Natur der Buntwurz (Caladium) eine Gestaltungsfläche für die kreative Blattmusterung zur Verfügung gestellt. Pinkfarbene, rötliche und weiße Kleckse oder Blattnerven kommen auf dem weißlichen bis hellen Grünton besonders imposant zur Geltung. Weil diese Blattschmuckpflanze aus den tropischen Gebieten Süd- und Mittelamerikas stammt, können Sie sich draußen aber nur ab mindestens 6 °C an ihrer bunten Schönheit erfreuen. Während der Wachstumsperiode stellen Sie die Pflanzen von schlichter Eleganz mit regelmäßigen Wasser- und Düngegaben zufrieden. Die Erde sollte dabei stets gleichmäßig feucht sein, auch eine hohe Luftfeuchtigkeit unterstützt die Gesundheit. Die Ruhephase von Herbst bis zum Frühling erlaubt zwei Arten der Überwinterung: Welken die Blätter, werden Wassergaben auf ein Minimum reduziert, sodass die Erde nicht ganz austrocknet. Alternativ dazu können die Knollen ganz ohne Erde und Wasser zwischen 13 und 16°C überwintern, um im Frühjahr neu getopft zu werden.

 

Zur Gattung Begonia gehören mehr als 1800 Arten. Kaiser Franz Josef und seine GärtnerInnen liebten u.a. Rexbegonien (Begonia-Rex-Hybriden), wie damals scheinbar die ganze Welt. Bis heute haben diese in den Gewächshäusern der Reservegärten von Schloss Schönbrunn überlebt. Ein gutes Zeichen. Auch wenn sie dazwischen nicht en vogue waren, gedeihen sie heute wieder immer öfter im warmen Zimmer. Selbst draußen sind die königlichen Knollenpflanzen eine Entdeckung wert. Wegen ihrer indisch bis chinesischen Vergangenheit sind sie in schattigen Bereichen auch ziemlich trockenheitsresistent aber nicht frosttolerant. Ihr Markenzeichen sind dabei nicht die Blüten, sondern ihre schön geformten und auffällig gefärbten Blätter – im Schneckendesign über Apfelmännchen-bis hin zu Sternmuster. Mitunter erscheinen darüber kleinere und größere farbenprächtige Blüten. Durch bunte Blütenpracht beeindrucken dagegen andere Schiefblätter mehr: Knollen- und Hängebegonien, und das ebenfalls in schattigen Lagen.

Auch der Kletternde Drahtstrauch (Muehlenbeckia complexa) macht (Viertel)Meter. Er rankt formschön über den Ampelrand, ist sehr flexibel und hält Sonne wie Schatten Stand. Weil er Tendenzen zum invasiven Neophyten zeigt, sollten Sie ihn aber im Zaum halten.

Aus dem Sommerblumensortiment

 

Ganz auf Augenhöhe lassen sich ausdauernde Arten des Elfensporns (Diascia) gut im Garten verwenden und blühen von Sonne bis in den lichten Schatten viele Jahre aufs Neue, wenn ihre Nachbarn sie nicht zu sehr einengen und eine ausgeglichene Feuchtigkeit im Substrat herrscht. Auf Staunässe und Trockenheit reagieren die Pflanzen aber empfindlich. Die Südafrikanerin lässt ihre feinen Triebe leicht über hängen. An den Spitzen zeigen sich mitunter von Mai bis November zahlreiche, witzig geformte Blüten in weiß, apricot oder in verschiedensten Rosa- bis Rottönen.

Knollen haben die Süßkartoffeln (Ipomoea batatas) zu bieten, die sich ebenfalls gerne abseilen. Halbschatten ist für die mittelamerikanischen Tropenpflanzen möglich, aber in unseren Breiten nicht optimal. Sie beeindrucken durch ansprechend geformte Blätter, die je nach Sorte von gelbgrün bis hin zu bräunlich-violett gefärbt sein können.

Bezaubernd wirkt das Spanische Gänseblümchen oder Mexikanische Berufskraut (Erigeron karvinskianus). Immer öfter werden Ampeln, Blumenkästen und Steinritzen von seinen lieblichen Blüten erobert. Wird es ihm zu dunkel, gibt es weniger davon.

Hängen lässt sich auch der Jasmin-Nachtschatten (Solanum laxum `Jasminoides‘). Er ist ein Nachtschattengewächs. Die verholzende Kletterpflanze aus Brasilien bringt mit ihren auffälligen Blütensternen an warmen, windgeschützten Plätzen von Ende April bis Anfang Oktober Licht in den Halbschatten. Die reich blühende Pflanze braucht entsprechend große Mengen an Nährstoffen und wird besser täglich mit Regenwasser gegossen, sodass das Substrat nicht ganz austrocknet, sich aber auch nicht staut. Im Winterquartier braucht sie dann weit weniger Wasser. Aber bis dahin vergeht noch viel (Blüten)Zeit.

 

 

Fotos: Benes-Oeller, Leithner

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