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Erbsen säen

und Kohl-Gemüse vorziehen

Pflanzen zeigen uns jetzt eindrucksvoll, wie gut sie über den Winter gekommen sind. Auch wir wollen mit aller Kraft in die Gartensaison starten. Denn jetzt ist es Zeit Pflanzenschätze in Beeten und auf dem Balkon unterzubringen. Hat die Sonne die Aussaatflächen gut abgetrocknet, können erste Gemüsesorten wie Karotte, Radischen, Spinat oder Petersilie im Freiland gesät werden.

 

Zuckererbsen

 

Zuckererbsen erobern mithilfe ihrer essbaren Ranken an den Blattspitzen bis etwa 70 cm Höhe. Sie können weiß, rosa oder purpur blühen. Ihre Hülsen bilden im Inneren keine Pergamentschicht und machen so Hülsen und unreife Samenkörner zum Genuss. Zuckererbsen schmecken wegen ihres Zuckergehaltes besonders gut und -weil im Gegensatz zu Bohnen das giftige Phasin fehlt - das auch roh. Erbsen mögen mittelschwere Böden und nicht zu heißes Klima. Weil sie den Boden intensiv durchwurzeln, gelten sie als besondere Bodenschoner oder -verbesserer. Sie können mit Hilfe von Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft binden und den Pflanzen zur Verfügung stellen. Im Gegenzug werden diese von der Pflanze ernährt. Weil Kulturen von Kraftlackeln wie Paradeisern Gurken oder Kohl, Mais viel Nährstoffe brauchen, werden sie danach gesetzt.

In Reihen mit 1m Abstand gesät, werden Erbsen auf dürre Zweige z.B. Birkenreiser geleitet. Leider werden Erbsen gerne von Krankheiten und Schädlingen befallen. Je früher sie gesetzt werden, umso besser. Auch Schnecken haben sie zum Fressen gern. Vorbeugend kann man sie in Klopapierrollen vorziehen und mit ihnen auspflanzen. Im Beet werden die süßen Pflanzen für mehr Standfestigkeit nach und nach angehäufelt.

Kohlgewächse

 

Zur beeindruckenden Palette an Gemüsen tragen die Kohlgewächse bei. Innerhalb der Evolution haben Mutation, also zufällige Erbveränderung, und Auslese durch den Menschen beigetragen: So stammen Kohl, Kraut, Karfiol, Kohlsprossen, Brokkoli und Kohlrabi von einer Art ab: Brassica oleracea wächst noch heute u.a. an den Küsten des Mittelmeers und Atlantiks. Die Reduktion der Seitenknospen führte seit etwa 3000 v. Chr. zu Grünkohl. Mit anderer Verzweigung formten sich etwa um 1200 n. Chr. die knospenartigen Kohlsprossen. Verkürzte blattlose Abschnitte zwischen den Blatt- oder Sprossknoten brachten Rot- und Weißkraut, deren Innenblätter - ob rund oder spitz- zu Köpfen geschichtet sind. Ein geänderter Blütenstand rief den Karfiol hervor und zuvor den Brokkoli, dessen fleischige Blütenstände oft lockerer angeordnet sind. Einen verdickten Haupttrieb zeigt der Kohlrabi.

Manche können jetzt vorgezogen werden, denn sie alle mögen kühlere Beettemperaturen um 16 bis 20 °C. Bei regelmäßiger Nährstoff- und Wasserversorgung finden Kohlgewächse optimale Wachstumsbedingungen. Um gut zu wachsen, brauchen sie einen sonnigen Standort und nährstoffreiche, tiefgründige Böden. Mist oder Mineraldünger wirken sich negativ auf den Geschmack aus. Deshalb werden bei Kopfdüngungen besser organischer Dünger wie Kompost (max. 5 bis 6 Liter je m²) oder Hornspäne in den Boden eingearbeitet und - um Feuchtigkeit im Beet zu halten – gemulcht. Nicht zu dicht setzen, sonst beginnen sie zu faulen. Die etwa 15 cm großen Jungpflanzen sollten bis auf Kohlrabi mit etwa 40 cm Abstand ausgepflanzt werden.

Karfiol und Brokkoli

 

Karfiol und Brokkoli werden ab März ins Frühbeet oder ab April ins Freiland ausgesät, denn während der warmen Sommermonate ist die Kultivierung um einiges schwieriger. Die Röschen kann man vor zu viel Sonne schützen, indem man die Blätter zusammenbindet.

Kraut

 

Kraut kommt ab März in Töpfe oder ins Frühbeet. Monatliche Folgesaaten sind möglich. Pflanzen anhäufeln.

Kohlrabi

 

Kohlrabi werden ab März im Frühbeet oder ab April im Freiland gesät, Jungpflanzen im Abstand von 15cm gesetzt. Der zweite Anbau beginnt ab Mai. Auch die vitaminhaltigen Blätter können gegessen werden.

„Besonders gut vertragen sich Kohlgewächse mit Paradeisern, Bohnen, Gurken und Salaten, nicht so sehr mit Zwiebelgewächsen.“

Diverse Kohlsorten

 

Spätere Aussaaten von Mai bis Juni sind für Kohlsprossen oder Kohl reserviert, die ihren Geschmack bei leichtem Frost verbessern. Kohlsprossen werden in Sätzen vorkultiviert oder direkt ausgesät. Tiefes Auspflanzen verhindert eine spätere Kopflastigkeit. Erst ab Juni werden Chinakohl und Grünkohl für die Herbst- bzw. Winterernte angebaut bzw. direkt ausgesät. Chinakohl wird in China Restaurants leicht gekocht genossen. Grünkohl wurde schon in der Antike angebaut und seine Namen Braun- oder Winterkohl zeugen von der Nutzung als winterliches Frisch- und Tiefkühlgemüse. Die zweijährige Pflanze bildet keinen Kopf, sondern einen kräftigen Schaft mit stark gekraustem Blattschopf. 50 bis 70 cm, manchmal auch 1,50 m kann er erreichen. Sein Aussehen hat ihm auch den Namen Palmkohl eingebracht. Ab Herbst kann er blattweise geerntet werden, denn er verträgt bis -15 °C.

Tipp:

 

Nach der Saat können die Beete mit Kräuterbrühe (150g getrockneten Ackerschachtelhalm zerkleinern, mit 10l Wasser aufgießen und ca. 24 Stunden stehen lassen, danach für 20 bis 30 Minuten schwach aufkochen und abseihen) gegossen werden. Brühen immer 5-fach verdünnen und regelmäßig alle 2-3 Wochen bis zum Sommer anwenden. Das beugt Pilzkrankheiten vor.

Fotos: Margit Benes-Oeller & Joachim Brocks

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