Tu es

Augen auf

beim Baumkauf!

Wer die Herbstpflanzung verpasst hat, findet auch im April beste Pflanzbedingungen vor, vor allem solange die Bäume noch nicht ausgetrieben haben. Für frostempfindlichere und immergrüne Arten ist dies sogar die beste Pflanzzeit. Containerware (im Pflanzgefäß angebotene Bäume) kann natürlich auch noch später, das ganze Jahr über gepflanzt werden, regelmäßiges Gießen und Mulchen vorausgesetzt.

Noch besser: Umsicht schon vor dem Kauf

Wenn Sie sich noch Zeit lassen bis zum Herbst, um den Baum fürs Leben zu finden, könnten Sie sich in unseren „Natur im Garten“ Schaugärten Anregungen holen, etwa auf der GARTEN TULLN, die am 9.4.2022 wieder ihre Tore öffnet. Nicht nur in vielfältigen Einzelgärten entlang des roten Hauptweges gibt es eine große Auswahl interessanter Beispiele. Am westlichen Ende der ökologischen Gartenschau entwickelt sich auch weiterhin ein Arboretum mit dem Schwerpunkt auf kleinen bis mittelgroßen Bäumen für Naturgärten.

Damit ein Baum gesund wächst, dabei im Garten nicht übers Ziel hinausschießt, eine entsprechende Krone bildet, zur Wunschzeit blüht und fruchtet und vieles mehr, sollte der Kauf wohlüberlegt sein. Im Naturgarten ist auch der Mehrwert für die Tierwelt ein großes Thema.

www.willBAUMhaben.at bietet eine sinnvolle Auswahlhilfe, bei der man nach Kriterien wie Höhe, Wuchsform und –stärke, Ökologischem Wert, Lichtansprüchen, Schattenwirkung, Klimatoleranz, Frosthärte, Salzverträglichkeit, Wurzelsystem und Allergene Wirkung filtern kann.

Regionale Gärtnereien und Baumschulen haben meist ein gutes Angebot und garantieren eine hohe Qualität. Zudem sind regional produzierte Gehölze bestens an das Klima und den Boden angepasst. Die Partnerbetriebe von „Natur im Garten“ arbeiten nach nachhaltigen Kriterien und kennzeichnen ökologische wertvolle Pflanzen klar und ersichtlich.

Nackt, mit Ballen oder im Container

Als Handelsformen bieten Baumschulen Bäume wurzelnackt, mit Erdballen (mB) oder in Containern (Co) an.

Wurzelnackt – vor zur Pflanzung frei von Erde - erschließen sie den neuen Boden besonders schnell. Die Gehölze werden dafür nach dem Laubfall (oder spätestens vor dem Austrieb) ausgegraben und bis zur Pflanzung an einem Schattenplatz in Erde oder Sand eingeschlagen und gleichmäßig feucht gehalten. Erhältlich sind sie nur in der laublosen Ruhezeit – vor allem im November und März. Wenn spät im April noch Nachzügler aus dem Kühlhaus erhältlich sind, sollten diese in einer kühlen Woche ins Freie kommen und nicht gerade während einer Hitzewelle, um den Schock zu minimieren. Vor der Pflanzung werden sie einige Stunden (bis Tage) in ein Gefäß mit Wasser gestellt, beschädigte Wurzeln entfernt und auch obenherum ein beherzter Pflanzschnitt vorgenommen. Dieser ist bei wurzelnackten besonders wichtig, um das Gleichgewicht zwischen Wurzeln und Krone herzustellen und den Wuchs anzuregen.

Balliert werden oft schon etwas größere Bäume, gerne auch Immergrüne angeboten – und zwar ebenfalls vorzugsweise im Herbst und im Frühjahr – aber länger als Wurzelware. Ballenware ist nicht so trockenheitsempfindlich, da die Wurzeln durch den Erdballen geschützt sind. Dieser wird mit einem Vlies, manchmal mit einem Drahtnetz umhüllt und zusammengehalten, die mit eingepflanzt werden und mit der Zeit verrotten. Nach der Verankerung des Baumes wird das Ballentuch lediglich aufgeknotet und der Drahtballen am Stamm geöffnet und gelockert, damit er nicht einwächst. In der Regel sollte ein Pflanzloch für Gehölze wesentlich größer gegraben werden als der Wurzelballen groß ist – bei kleinen Bäumen doppelt so tief und breit. Großballenpflanzungen bilden hier eine Ausnahme: wenn für sie wesentlich tiefer gegraben wird, als der Ballen hoch ist, sinkt der schwere Baum nachträglich ein. Professionelle Tipps zu Handelsformen, richtiger Pflanzung und Pflege finden Sie beispielsweise unter www.naturimgarten.at/files/content/files/gehoelze.pdf, auch wenn allen Privatpersonen empfohlen sei, für die Pflanzung eines mehr als 50 kg schweren Baumes die Hilfe von Professionisten in Anspruch zu nehmen…

Containerware ist die erste Wahl, wenn in der warmen Jahreszeit gepflanzt werden soll. Aber auch aus dem „Blumentopf“ heraus gepflanzte Bäume benötigen anfangs eine gute und regelmäßige Wasserversorgung.

Größen und Formen

Jüngere Bäume passen sich nach der Pflanzung rascher an den neuen Standort an. Besonders gut entwickeln sich Sämlinge  an Ort und Stelle. Durch kräftigeres Wachstum wird die kleine Ausgangsgröße oft innerhalb weniger Jahre kompensiert. Je größer der Jungbaum, desto länger wurde er vorher in der Baumschule kultiviert. Je größer der Baum ist, desto sorgsamer und schonender müssen Transport, Pflanzung und Anwuchspflege erfolgen.

Handelsqualitäten – Größensortierung

Bezeichnung/ Abkürzung wichtige Merkmale
Hochstamm/ H gerader Stamm, deutlich ausgebildete Krone, Kronenansatz ab 1,6 m und höher
Halbstamm/ HA wie Hochstamm, aber Krone ab 1 bis 1,2 m
Heister/ HEI junger, bereits verpflanzter Baum mit geradem Leittrieb und seitlichen Zweigen aber noch keiner Krone
Solitärgehölze/SOL H, HA, HEI, STR, 3-mal verpflanzt, mit genügend Platz, um sich gut zu entwickeln

 

 

 

 

Die Kronenerziehung beginnt meist schon in der Baumschule. Eine richtig erzogene Krone verhindert spätere, massive Eingriffe und daraus entstehende Problembäume. Wenn noch keine Krone geformt wurde, sollte die Pflanze bereits beim Kauf kräftige Seitenzweige in ausreichender Zahl und in einer Höhe mitbringen, die für die von Ihnen gewünschte Erziehungsform passend ist. Vor allem bei Obstbäumen ist die Unterlagswahl entscheidend für die zukünftige Baumgröße und damit einhergehend die Erziehungsform inklusive der Wahl der Stammhöhe:

Der Stamm sollte gerade sein - ein durchgehender Leittrieb mit Seitenzweigen oder bereits Ästen in genügendem Abstand, die nicht miteinander konkurrieren. Auch sollte der Baum nicht eine Zwieselkrone mit zwei Haupttrieben oder v-förmige Haupttriebe aufweisen. Diese sind anfälliger für Bruchschäden.

Bäume, die mehrmals verschult, also fachgerecht verpflanzt wurden, zeigen gleichmäßige und gut verzweigte Wurzeln mit hohem Feinwurzelanteil. Bei Ballenware sollte der Ballen genügend groß, durchwurzelt und fest sein. Wurzeln in loser Erde entsprechen nicht den Qualitätsanforderungen.

Gesunde Pflanzen schonungsvoll transportieren

Nur gesunde Pflanzen garantieren ein gutes Anwurzeln: deshalb auf kräftige Triebe, eine gut verzweigte Krone und kompakte Wurzeln achten. Besser als lange und dünne Triebe ist ein gedrungener Wuchs. Es sollten keine Verletzungen an Stamm und Ästen vorhanden sein, Astschnittstellen müssen gut verheilt sein.

Auch bei Containerpflanzen sollten die Wurzeln begutachtet werden. Zeigen sich Drehwurzeln oder andere Wurzeldeformationen durch zu lange Zeit im Container - wurzeln die Pflanzen nur sehr schlecht an und drehen sich oft sogar am neuen Standort weiter im Kreis anstatt direkt die Tiefe und Breite zu erschließen und ihre Aufgabe der Verankerung zur übernehmen.

Sorgfalt beim Transport vermeidet Verletzungen an Ästen und Stamm. Die Krone wird zusammengebunden und alle Pflanzenteile vor Aufscheuern geschützt. Jungbaumrinde ist sehr druckempfindlich und sollte deshalb beim Festbinden mit einer Polsterung versehen werden. Wurzelnackte Gehölze sind insbesondere im Wurzelraum vor Sonne, Wind und Frost zu schützen und sollten möglichst rasch gepflanzt werden.

Damit schaffen Sie eine gute Basis für Ihren Baum fürs Leben.

Fotos: „Natur im Garten“, Beneš-Oeller, Leithner, Mayrhofer, Buchinger

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