Adventkalender 2025
Über Zapfen, Wipfel und Polsterzipfel
Wenn die Tage kürzer werden und die Sonne sich hinter silbernen Wolken versteckt, beginnt eine besondere Zeit: Die Welt hüllt sich in Stille, und selbst die kleinsten Geräusche klingen wie ein Lied aus Frost und Frieden. In den Wäldern hängen Eiszapfen an den Wipfeln der Tannen, und die Zweige klirren leise in der Zapfenkälte. Die Tiere ziehen sich zurück, die Menschen zünden Kerzen an und backen Kipfel – es ist Zeit zum Einwintern. Drinnen duftet es nach beruhigenden Kräutern: Lavendel, Melisse und Kamille tanzen in Teetassen und erzählen Geschichten von Ruhe und Geborgenheit. Die Polsterzipfel auf den Betten laden zum Kuscheln ein, und draußen flüstert der Wind von Zipfeln, Wipfeln und Zapfen – ein Wintermärchen beginnt. In unserem Adventkalender wollen wir entlang von Zapfen und Wipfeln so Einiges verzapfen*.Wenn du Lust hast, können wir vieles gemeinsam erleben – vielleicht mit einem kleinen Tier, das durch den Winterwald wandert, oder einem Kräutermännchen, das Polsterzipfel bäckt und Träume verteilt.
*Ohne uns zu verzetteln: Das Wortspiel "Verzapfen" geht zurück auf den Ausdruck 'direkt vom Fass ausschenken' (15. Jh.), 'Törichtes tun, Unsinniges von sich geben' (19. Jh.).
Zapfen als Christbaumschuck
Ihr harziger Duft erinnert an Spaziergänge durch winterliche Wälder und bringt eine natürliche Wärme in jedes Zuhause. Für duftende Christbaumanhänger werden Zapfen mit Zimtstangen, getrockneten Orangenscheiben und Sternanis dekoriert und verströmen einen herrlichen Weihnachtsduft. Oder aber man setzt auf den Duft des Weihnachtsbaums selbst und schmückt diesen mit gläsernen Zapfen. Wir wünschen so oder so ein schönes Fest und einen guten Start ins nächste Gartenjahr!
Alle auf einen Zapfenstreich
Der Name "Zapfenstreich"stammt von der Praxis ab, für die Nachtruhe einen Strich über den Zapfen (den Zapfhahn) von Bier- oder Weinfässern zu ziehen, um den weiteren Ausschank zu verhindern. Eine andere Erklärung besagt, dass der Wachsoldat mit seiner Waffe auf den Zapfhahn schlug oder "strich", um das Ende des Tages zu signalisieren. In den Feldlagern ging ein sogenannter „Rumormeister“ am Abend durch das Lager für die Amtshandlung des „Zapfenschlags“ oder „Zapfenstreichs“, in der Zeit der Landknechte ein Feldwebel. Das Ritual verdeutlichte den Soldaten, dass sie den Alkoholkonsum jetzt einzustellen hatten, und läutete die Schlafenszeit ein. Der Große Zapfenstreich ist eine feierliche, am Abend abgehaltene Militärzeremonie, die von einer speziellen, nur für diesen Zweck vorgesehenen Formation aus Militärmusikern, Bewaffneten und Fackelträgern durchgeführt wird.
Pinien- und Zirbelzapfen
Der Hof Cortile della Pigna in den Vatikanischen Museen ist nach einer riesigen Bronzestatue benannt. Sie ist wie ein Pinienzapfen geformt und Teil eines Brunnens aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. In der Antike war der Pinienzapfen ein Fruchtbarkeitssymbol - fähig, einen ganzen Wald zu schaffen. Die heidnischen Götter aus Babylon, Ägypten, Mexiko und Griechenland wurden mit dem Pinienzapfen verbunden und ihre Diener oft mit dem Zapfen geschmückt. Der von einem großen Pinienzapfen gekrönte Thyrsosstab des Rausch- und Ekstasegott Dionysos (lat. Bacchus) wurde wie ein Zepter getragen. Im Christentum schließlich gilt die Pinie als Baum des Lebens und ihre Zapfen werden als Symbole der Auferstehung und der Unsterblichkeit angesehen. Bedeutend sind in Aachen ein mittelalterlicher Pinienzapfen im Dom und ein goldener am Dach des Elisenbrunnens. In Augsburg schmückt ein Zapfen seit dem 15. Jh. das Wappen der Stadt und den Giebel des Rathauses. In der Wappenkunde heißt die Figur auch Zirbelnuss. In der Esoterik dient sie als Metapher zum Öffnen des "Dritten Auges" und deutet auch bei den Freimaurern auf den höchst möglichen Grad der spirituellen Erleuchtung hin (33. Grad). Die Segmente der Pinien gelten als nichts Geringeres als das "verlorene Geheimnis" der Freimaurerei. https://freimaurer-wiki.de/index.php/Pinienzapfen#Pinienzapfen-Symbolik
Zapfenverbindung
Die Zapfenverbindung ist die älteste traditionelle Holzverbindung. Sie wurde in den Planken eines 43,6 Meter langen Schiffes aus dem Jahr 2.500 v. Chr. gefunden und auch Joseph, der Zimmermann, dürfte die Technik beherrscht haben. Die Idee dahinter ist einfach: Ein geformter Holzstift, der Zapfen, wird in ein passendes Loch, das Zapfenloch, gesteckt. So halten zwei Holzteile fest zusammen, oft ganz ohne Nägel oder Schrauben. Es gibt zwei Hauptarten: Beim geschlossenen Zapfen geht das Loch nicht ganz durch das Holz. Die Verbindung ist von außen unsichtbar – ideal für eine saubere Optik. Beim offenen Zapfen geht das Loch ganz durch, der Zapfen ist beiderseits sichtbar - rustikal und sehr stabil. Die langlebige Technik wird auch heute in Tischlereien und Zimmereien geschätzt, weil sie ohne Metall auskommt und sich gut reparieren lässt. Der alte Dengelbock (eine Bank zum Dengeln von Sensen) im Bild hat drei offene Zapfen – zwei an den Hinterbeinen und einen vorne am Sitzbrett.
Erste Pignoli
Bereits in der Antike waren Pinien wegen ihrer schmackhaften Samen sehr beliebt. Sie gedeihen im mediterranen Klima, vertragen leichte Fröste und beginnen erst nach etwa 15 Jahren Zapfen zu tragen. Die Ernte dieser wertvollen Früchte erfolgt von Oktober bis April und wird ausschließlich von Hand durchgeführt. Es braucht viel Geschick, Kraft und Erfahrung, wenn „Pineros“, die Zapfenpflücker der Pinien in Spanien, mit langen Stangen auf die hohen Bäume klettern und die Zapfen einzeln mit langen Stangen von den majestätischen Bäumen schlagen. Reife Pinienzapfen öffnen sich in der Natur durch Wärmeeinwirkung. Die Zapfen trocknen langsam aus, wodurch die Schuppen aufspringen: Einfach Zapfen auf die Heizung legen und (nicht zu lange) abwarten. Die Zirbe und die Sibirische Kiefer haben ebenso schmackhafte Kerne und vertragen auch stärkeren Frost.
Klebrige Angelegenheit
Bäume schützen sich, indem sie Harz absondern. Beim Christbaumkauf oder beim Aufstellen des Weihnachtsbaums kommt es deshalb immer wieder mal zu klebrigen Harzflecken. Damit der nächste Regenguss das sonst so kostbare Material nicht gleich wieder abwäscht, ist es nicht wasserlöslich. Einfach in die Waschmaschine nützt deshalb nichts beim Fleckenentfernen. Auch wenn es noch so gut duftet, lassen sich Harzflecken aber mit ein paar Hausmitteln problemlos entfernen: Alkohol oder Spiritus helfen ebenso wie Speiseöl, Kälte in der Kühltruhe oder Wärme beim Bügeln in Löschpapier. Um Harz von Fingern zu entfernen, mit etwas Zitronensaft verreiben und einige Minuten einwirken lassen. Die ätherischen Öle können das Harz lösen und machen es leichter, die klebrige Schicht anschließend mit einem weichen Tuch abzuwischen.
Erlenzapfen gegen Algen im Teich
Bei den Laubbäumen Erle und Birke spricht man ebenfalls von Zapfen. Ihre weiblichen Blüten sehen aus wie Mini-Zapfen - nur 1-2 cm lang bei der Erle, etwas größer bei der Birke, dunkelbraun bis schwarz verholzend. Die Erle hat eine ganz besondere Symbiose, also Wechselbeziehung, mit dem Bakterium Frankia alni. An den Wurzeln befinden sich sogenannte Wurzel-Knöllchen. Diese können den Stickstoff aus der Luft binden und der Erle zur Verfügung stellen. Im Gegenzug bekommt das Bakterium Zucker vom Baum. Sowohl Erlen- als auch Birkenzapfen werden in der Aquaristik gerne verwendet. Sie geben Tannine und Huminstoffe an das Wasser ab, senken den pH-Wert leicht und wirken antibakteriell, auch gegen Verpilzung und können auch als Dauerfutter sowie Deko im Aquarium bleiben.
In den höchsten Wipfeln
Hochseilgärten, Baumkronenwege und Baumhäuser: es zieht uns Wanderer hinauf in die Wipfel, dorthin, wo sich auch Waldkauz oder der kleine Sperlingskauz einen Überblick verschaffen. Tannenhäher, Tannenmeise und Wintergoldhähnchen lieben Nadelwälder, Kreuzschnabel und Gimpel ganz besonders Fichten. Haubenmeise und Misteldrossel gelten als typisch für Kiefernforste, während Birkenzeisig, Blaumeise und andere Drosseln ein besonderes Faible für Birken- oder Mischwälder haben. Buchfink, Kohlmeise, Kleiber, Schwanzmeise und Buntspecht genießen ebenfalls die höheren Etagen unserer Laub- und Mischwälder auch in der kalten Jahreszeit, während Rotkehlchen und Zaunkönig lieber durchs Unterholz pirschen und letzterer sich lauthals freut wie ein Schneekönig, wenn er nicht in winterliches Schweigen verfällt und es heißt:
Über allen Gipfeln
Ist Ruh,
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur! Balde
Ruhest du auch.
(Wanderers Nachtlied, 1780,
Johann Wolfgang von Goethe)
Polsterzipfel und Schokozapfen
Klassische Polsterzipfel und schokosüße Zapfen mit Schuppen aus Frühstücksflocken sind dekorative Advent-Naschereien. Für etwa 12 Zapfen 100 g dunkle Schokolade und 30 g Kokosfett zerlassen, mit 200 g (im Mixer oder mit Stößel) fein zerkleinerten Biskotten, 4 EL Rum, 50 g geriebenen Mandeln vermengen (und etwas Milch, sodass der Teig nicht bröselt). Aus je ca. 45 g der Masse Eier formen und diese von oben nach unten regelmäßig versetzt mit Choco Shells/Flakes/Waves/Krispies bestücken.
Für die Polsterzipfel benötigt man jeweils 250 g Butter, Mehl und Topfen, eine Prise Salz und ein Glas säuerlich-herbe Marmelade oder Gelee (aus Ribisln, Preiselbeeren oder Dirndln). Den kalten, harten Butterziegel in Mehl wenden und klein schnibbeln oder grob reiben, das gesalzene Mehl und den Topfen dazubröseln und alles möglichst schnell zu einem Mürbteig kneten. Diesen mindestens 1 Stunde kühl rasten lassen, dann ausrollen, in ca. 6 x 6 cm große Quadrate schneiden, diese mit einem Teelöffel Marmelade in der Mitte quer zusammenklappen und die Ränder mit der Gabel gut zusammendrücken. Oberseits mit Dotter-Milch-Mischung bestrichen bei 180°C ca. 15 Minuten goldbraun backen. Rasch genießen! Wer Polsterzipfel länger aufheben möchte, sollte sie ohne Staubzuckerbestreuung in einer luftdichten Dose aufbewahren.
Zum Weinen oder Staunen?
Mit über 30 cm trägt die Tränenkiefer (Pinus wallichiana) die längsten Zapfen unter den asiatischen Kiefern. Nicht die herabhängenden Nadeln gaben ihr den Namen, sondern dicke Harztropfen, die wie Tränen an den Zapfen herablaufen. - Also nichts Trauriges an diesem attraktiven Parkbaum, dessen Zapfen gerne auch für Gestecke genutzt werden. Heimisch auf dem Dach der Welt, dem Himalaya, wächst sie bis in Höhen um 4.000 m.
Der weltweit längste dokumentierte Kiefernzapfen wurde 2000 von Steve Schwarz aus Cuyahoga Falls, Ohio, in den USA gefunden. Er stammt von einer Zuckerkiefer (Pinus lambertiana) und ist 58,2 cm lang! Ihren Namen hat diese Kiefer ihrem süßlich duftenden Harz zu verdanken. Als größte Kiefer der Welt erreicht sie Höhen von 90 m! Sie ist in den Küstengebirgen Westamerikas zu finden, von Mexiko über Kalifornien bis nach Oregon. www.guinnessworldrecords.com/world-records/longest-pine-cone.
Libanonzeder und Mittelmeerkiefern
Eine stattliche Zeder schmückt den breiten weißen Streifen der rot-weiß-roten Flagge des Libanons und macht diese damit unverwechselbar mit der österreichischen Flagge, auch wenn die Libanonzeder (Cedrus libani) bei uns großes Potential für den Klimawandel hat. Weiter westlich am Mittelmeer und bis an die nordwestafrikanischen Mittelmeerküste findet man die Aleppokiefer (Pinus halepensis), Strandkiefer (Pinus pinaster) und Schwarzkiefer (Pinus nigra) bis in die höheren Lagen des Atlasgebirges, auf den gleichnamigen Inseln die Kanarische Kiefer (Pinus canariensis). Politisch gehören die Kanarischen Inseln zur Europäischen Union, geografisch zum afrikanischen Kontinent. Die Kanarische Kiefer übersteht schwerste Waldbrände und treibt aus verkohlten Stämmen wieder aus. Die ca. 30 cm langen Nadeln kämmen Wasser aus den Passatwolken und sichern so die Wasserversorgung der Inseln.
Strohzapfen und Sterne
Aus Stroh gefertigte Bockerl sind höchste Handwerkskunst. Aber auch Stroh-Sterne sind als Christbaumschmuck ein Klassiker. Man braucht dafür sauberes, langes, gleichmäßig dickes Stroh, eine Schüssel mit Wasser zum Einweichen, (goldfarbenes) Garn und ein Bügeleisen oder Bücher zum Pressen. Auch eine Legeform samt Befestigungsmaterial und ev. ein Strohspalter werden je nach Modell benötigt. Die Palette reicht von einfach übers Kreuz gelegten Vierer- oder Achtersternen über spitzwinklige Strahlen- und Zackensterne bis zu komplexen Blütensternen. Unter https://youtu.be/S3wPfX1lydc wird ein Stern auf einer Schaumstoffplatte mit Papiervorlage und mit Hilfe von Stecknadeln hergestellt:
- 12 über Nacht eingeweichte Strohhalme bündeln, in der Mitte mit Stickfaden fest zusammenbinden und Fäden kürzen.
- Von der Mitte aus je 3 Strohhalme in 8 Richtungen gleichmäßig verteilt parallel führen und etwa 2 cm außerhalb der Mitte nochmals mit Faden gut verknoten (je 3 Halme, 8 x).
- Jeweils die äußersten der drei Halme pro Bündel abspreizen, mit den Nachbarhalmen - den äußersten des nächsten Bündels - überkreuzen und die Kreuzungen wieder mit Faden doppelt umwickeln und verknoten (je 2 Halme 8 x).
- Die schräg verlaufenden Halme schräg weiterführen und an der Kreuzung mit dem nächsten Mittel-Strohhalm nochmals miteinander verknoten (je 3 Halme 8 x).
- Die Halme nach Bedarf noch zuschneiden und den Strohstern zum Trocknen mit einem Buch pressen.
Schwere Geschosse
Achtung an den Küstengebirgen Kaliforniens und Nordwest-Mexikos: Hier wachsen die "gefährlichsten" Zapfen der Welt, die der Coulter Kiefer (Pinus coulteri). Waldarbeiter schützen sich mit Helmen und Schulterpolstern vor den "widow makers" mit 2 kg Gewicht, ca. 40 cm Größe und dornenbewährten Zapfenschuppen. Weniger gefährlich sind die imposanten Zapfen der Araukarie, wie unter www.parana.pr.gov.br/aen/Noticia/IAT-libera-colheita-e-venda-do-pinhao-em-todo-o-Parana-mas-com-exigencia-de-maturacao eindrucksvoll ersichtlich.
Die größten Zapfen in Europa nehmen sich mit einer Länge bis etwa 24 cm bei einem Gewicht von 260 g dagegen bescheiden und ausgesprochen harmlos aus: Sie sind zu finden auf der Strandkiefer (Pinus pinaster) in den Küstengebieten des westlichen Mittelmeers. Auch die Kanarische Kiefer (Pinus canariensis) bildet große Zapfen. In Folge der Eiszeit hat Europas Pflanzenwelt weniger Artenreichtum in der Gattung der Kiefern vorzuweisen, die hier mit gerade mal 10 Arten von insgesamt über 100 vertreten ist.
Zapfenkälte
Beim Herabtropfen zu Zapfen gefrorenes Wasser erweckt fast den Anschein, als würde die Zeit stillstehen. Weil sich die Flüssigkeit beim Frieren um ca. 9% ausdehnt, sollte man Behälter und Leitungen, in denen kein Platz für Ausdehnung ist, vor dem Winter entleeren, damit sie nicht platzen. Bei Bottichen, die nach oben hin weiter werden, kann sich das Eis gut ausbreiten und so ist die Gefahr gebannt. Die Zapfenkälte kann auch zum Basteln von Eisgefäßen - Eislaternen oder -vasen - genutzt werden: Schneide einen leeren Tetrapack mittig entzwei und platziere mit Hilfe eines quer durchgesteckten Stäbchens ein kleineres Gefäß aus Plastik oder Metall in der Mitte, sodass unterhalb und rundherum ein schmaler Spalt frei bleibt. Da kommt Wasser hinein und das Arrangement über Nacht in die Zapfenkälte. Am nächsten Tag, wenn das Wasser gefroren ist, ins innere Gefäß heißes Wasser füllen und es herausziehen, den Tetrapack warm überspülen und entfernen. Die Vase kann im Freien mit Trockenblumen und Reisig oder mit einem Windlicht bestückt werden. Für größere Arrangements könnte man statt des Tetrapacks auch einen nach oben hin breiter werdenden Eimer verwenden.
Bockerl-Weihnachtsbaum
Kiefer-“Bockerl” sind der rundliche Blütenstand der Föhren (auch Kiefern genannt). Aus so einem ganz normalen Föhrenzapfen könnt ihr einfach einen Mini-Weihnachtsbaum basteln! Tannenzapfen, Acrylfarbe, Korken, Kleber und Dekoration wie Perlen, Geschenkband, Moos… Als Kunstschnee kann auch etwas Wachs dienen, das in Vanillezucker getunkt wird und dann herrlich duftet. In ein Marmeladeglas geklebt wird er zum Ausstellungsstück - ohne Flüssigkeit, einfach an der Luft.
Zapfen – kleine Wetterpropheten der Natur: Zapfenbarometer
Im Garten oder Wald gesammelt, zeigen sie mehr als nur ihre Schönheit. Bei Regen schließen sich ihre Schuppen fest zusammen, bei Trockenheit öffnen sie sich – ganz ohne Energie. So schützen sie ihre Samen vor zu viel Nähe zum Mutterbaum. Früher nutzte man sie als natürliche Wetteranzeiger, denn ihr Verhalten verrät auch die Luftfeuchtigkeit. Ein Experiment mit Wasser zeigt das Wunder ganz klar: Ein feuchter Zapfen bleibt geschlossen, ein trockener geht auf. Ein paar Zentimeter in die Erde von Zimmerpflanzen gesteckt kann er als Gießanzeige fungieren. Ein physikalisches Meisterwerk – ganz ohne Technik, nur Natur. Forschende haben diese Funktion entschlüsselt, um diesen Mechanismus für technische Anwendungen beim Hausbau zu nutzen.
Anzapft is: Hopfenzapfen bis Zapfenhahn
Hopfenzapfen verleihen Bier sein unverwechselbares Aroma und die feine Bitterkeit, die Kenner lieben. Doch Zapfen können mehr: Sie verschließen, sichern und steuern den Durchfluss des begehrten Gebräus. Traditionell diente ein Zapfen oder Spund als Verschluss für Fässer. Der konische Holzstöpsel wurde in das Spundloch geschlagen – die Öffnung zum Befüllen. Manche Fässer hatten zusätzlich ein Zapfloch, um den Inhalt später bequem zu entnehmen. Hier kommt nun nicht der Zapfenhahn, sondern der Zapfhahn ins Spiel: Mit zweiterem lässt sich der Flüssigkeitsstrom genau regulieren – aus dem Fass, einer Zapfanlage oder einer Rohrleitung. Vom Hopfenzapfen bis zum Zapfhahn – hinter ihnen steckt Handwerkskunst und Tradition. Ohne Zapfen gäbe es kein perfekt gezapftes Bier frisch vom Hahn.
Wipfelsaft
Wipfelsaft wird - mit Wasser aufgegossen - in der kalten Jahreszeit als Hausmittel gegen Husten geschätzt. Alternativ kann man jetzt auch aus den Nadeln von Bio-Fichten, -Tannen oder -Kiefern einen Tee aufgießen, denn für den Wipfelsaft muss man zeitig vorsorgen: Wenn im Mai helle junge Triebe an den Fichten erscheinen, ist die Zeit gekommen, um aus ihnen den kostbaren Trunk anzusetzen. Dafür wird der Boden eines großen Gurkenglases mit Zucker bedeckt. Darauf kommt eine doppelt so dicke Lage der hellen Fichtenwipferl, dann wieder eine Lage Zucker, dann wieder eine Lage Wipferl und so fort, bis das Glas voll ist. Die letzte Lage besteht aus Zucker. Das Glas wird mit einem Tuch und einem Gummiring oder einer Schnur um den Glashals verschlossen und 2-3 Wochen an einen sonnigen Platz gestellt, bis die Wipferl braun sind und sich der Zucker aufgelöst hat. Dann die groben Nadeln entfernen, den Saft durch das Tuch oder einen Kaffeefilter filtern und in getönte Fläschchen füllen, um ihn vor dem Licht zu schützen.
Wichtel aus Zapfen
Wenn draußen die ersten Schneeflocken tanzen und drinnen Kerzenlicht für Wärme sorgt, beginnt die schönste Zeit zum Basteln – mit natürlichen Materialien wie Zapfen zaubern wir - umweltschonend - festliche Dekorationen für ein gemütliches Zuhause. Die kleinen Wunderwerke aus dem Wald besitzen versteckte Fähigkeiten. Das Sammeln in Gärten oder Parkanlagen wird zur kleinen Entdeckungsreise, aus der nicht nur Dekorationen entstehen, sondern auch Erinnerungen. Das Arbeiten damit bietet eine wunderbare Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen. Wie wäre es mit einem Zapfenengel, einer Eule mit Eichelkappenaugen, einem Nikolo oder einem Zapfenwichtel? Mit Filzkügelchen als Köpfen, kleinen Flügeln aus Papier oder Stoff und einem goldenen Faden zum Aufhängen werden Zapfen zu himmlischen Begleitern durch die Adventszeit. Unter https://baumhausbande.com/basteln/bastelideen-zu-weihnachten/wichtel-basteln-aus-tannenzapfen gibt es auch eine Anleitung dazu.
Zwei Zungenbrecher
Zwölf zünftige Zipfelmützenzwerge, die auf zwölf Tannenzapfen saßen, aßen zweihundertzweiundzwanzig winzige Zwetschken. Als die zwölf zünftigen Zipfelmützenzwerge die zweihundertzweiundzwanzig winzigen Zwetschken gegessen hatten, sagte Zwerg Zwuckel zu Zwerg Zwockel „mich zwickts im Bauch“, drauf sagt Zwerg Zwockel zu Zwerg Zwuckel „mich auch“. Zweitens: zwitschern zwei zwitschernde Schwalben zwischen zwei Zwetschgenzweigen. Zwischen zwei Zwetschgenzweigen zwitschern zwei zwitschernde Schwalben. Oder waren es vielleicht Zilpzalps?
Pesto aus Pignoli
Aus 20 g Pinienkernen, 3 grob gehackten Knoblauchzehen, 50 g grob zerpflückten Basilikumblättchen, 80 g Parmesan in Stücken und 125 ml Olivenöl entsteht ein Pinienkernpesto. Die Hälfte des Basilikums kann durch blanchierte würzige Petersilie ersetzt werden. Pinienkerne werden ohne Fett in einer beschichteten Pfanne bei mittlerer Hitze goldgelb angeröstet. Noch warm werden sie mit Knoblauch, Basilikum, Parmesan und Olivenöl zur groben Paste gemixt, mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt, in Gläser gefüllt und mit jeweils 1 EL Olivenöl abgedeckt, ist das Pesto im Kühlschrank ca. 1 Monat haltbar.
Zapfenkranz und Vogelkette
Gerade in der Adventzeit, wenn das Licht schwindet und die Sehnsucht nach Gemütlichkeit wächst, laden Zapfen dazu ein, kreativ zu werden. Ob als Teil eines Türkranzes, als Tischdekoration oder als Baumschmuck – mit etwas Fantasie und wenigen Materialien entstehen aus ihnen festliche Hingucker. Mit weißer Kalkfarbe bepinselt, wirken Zapfen wie frisch aus dem verschneiten Wald geholt – perfekt für Fensterbänke oder als Baumschmuck. Für einen Lichterkranz werden Zapfen auf einem Strohring befestigt. Kombiniert mit Tannenzweigen, Kerzen und Schleifen entsteht so ein rustikaler Adventkranz. Auch Zapfengirlanden, Zapfenzweige oder von der Decke hängende Zapfenschnüre sind eine hübsche Dekoration.
Wer hat am Zapfen gezupft... Gefiederte Förster?
Hier war der Tannenhäher am Werk. Er ist in den Alpen eng mit der Zirbe verbunden, da er deren Samen sammelt, versteckt und so ihre Verbreitung fördert. Er klemmt die Zapfen an einer "Zapfenschmiede" fest, hackt die Samen heraus und versteckt sie im Boden - schätzungsweise 30.000 bis 100.000 Nüsse pro Jahr! Unentdeckte Samen lassen neue Zirben wachsen und sichern dadurch deren Bestand. Auch andere Tiere lieben Zapfen verschiedenster Art. Einen Eindruck davon, wie unterschiedlich die länglichen Fichtenzapfen von unserer heimischen Tierwelt bearbeitet werden, erhält man unter https://naturverlag.de/shop/postkarte-nr-4-frassspuren-an-fichtenzapfen. - Die Natur bietet immer wieder spannende Spuren...
Suchen und Sammeln: Nadelbaumzapfen
Ob nun Gattungen wie Fichten, Tannen, Kiefern, Lärchen, Douglasien und Zedern aus der Familie der Kieferngewächse, ob Araukarien- oder Zypressengewächse und einige andere: Sie bilden als Nadelbäume oder Koniferen weibliche ährenförmige Blütenstände in Form von Zapfen, bestehend aus Schuppen an einem Mittelstiel, der Spindel. Zwischen den überlappenden Schuppen befinden sich die Samen. Die Schuppen an den Zapfen helfen uns, Baumgattungen zu identifizieren. Kiefernzapfenschuppen sind von Natur aus holzig und fühlen sich starr an. Im Gegensatz dazu haben Fichtenzapfen dünnere Schuppen, wodurch sie sich flexibler anfühlen. Die Länge der Zapfen ist kein zuverlässiges Unterscheidungsmerkmal für die meisten Nadelbaumarten, da sie von Baum zu Baum unterschiedlich sein kann.
Kiefernarten können weiter anhand der Länge, Farbe und Form ihrer Nadeln sowie der Anzahl zusammenhängender Nadeln bestimmt werden, die auch beim Herabfallen noch in Büscheln verbunden bleiben. Wissenswertes rund um Kiefern findet man etwa unter https://kiefernspezi.hpage.com und auf wikipedia. Unter https://www.baumportal.de/Kiefern-bestimmen.htm werden einige Arten anhand ihrer Nadeln unterschieden.
Fotos: „Natur im Garten“, Beneš-Oeller, Leithner, Pixabay