Adventkalender 2025

Über Zapfen, Wipfel und Polsterzipfel

Wenn die Tage kürzer werden und die Sonne sich hinter silbernen Wolken versteckt, beginnt eine besondere Zeit: Die Welt hüllt sich in Stille, und selbst die kleinsten Geräusche klingen wie ein Lied aus Frost und Frieden. In den Wäldern hängen Eiszapfen an den Wipfeln der Tannen, und die Zweige klirren leise in der Zapfenkälte. Die Tiere ziehen sich zurück, die Menschen zünden Kerzen an und backen Kipfel – es ist Zeit zum Einwintern. Drinnen duftet es nach beruhigenden Kräutern: Lavendel, Melisse und Kamille tanzen in Teetassen und erzählen Geschichten von Ruhe und Geborgenheit. Die Polsterzipfel auf den Betten laden zum Kuscheln ein, und draußen flüstert der Wind von Zipfeln, Wipfeln und Zapfen – ein Wintermärchen beginnt. In unserem Adventkalender wollen wir entlang von Zapfen und Wipfeln so Einiges verzapfen*.Wenn du Lust hast, können wir vieles gemeinsam erleben – vielleicht mit einem kleinen Tier, das durch den Winterwald wandert, oder einem Kräutermännchen, das Polsterzipfel bäckt und Träume verteilt.

*Ohne uns zu verzetteln: Das Wortspiel "Verzapfen" geht zurück auf den Ausdruck 'direkt vom Fass ausschenken' (15. Jh.), 'Törichtes tun, Unsinniges von sich geben' (19. Jh.).

Wipfelsaft

Wipfelsaft wird - mit Wasser aufgegossen - in der kalten Jahreszeit als Hausmittel gegen Husten geschätzt. Alternativ kann man jetzt auch aus den Nadeln von Bio-Fichten, -Tannen oder -Kiefern einen Tee aufgießen, denn für den Wipfelsaft muss man zeitig vorsorgen: Wenn im Mai helle junge Triebe an den Fichten erscheinen, ist die Zeit gekommen, um aus ihnen den kostbaren Trunk anzusetzen. Dafür wird der Boden eines großen Gurkenglases mit Zucker bedeckt. Darauf kommt eine doppelt so dicke Lage der hellen Fichtenwipferl, dann wieder eine Lage Zucker, dann wieder eine Lage Wipferl und so fort, bis das Glas voll ist. Die letzte Lage besteht aus Zucker. Das Glas wird mit einem Tuch und einem Gummiring oder einer Schnur um den Glashals verschlossen und 2-3 Wochen an einen sonnigen Platz gestellt, bis die Wipferl braun sind und sich der Zucker aufgelöst hat. Dann die groben Nadeln entfernen, den Saft durch das Tuch oder einen Kaffeefilter filtern und in getönte Fläschchen füllen, um ihn vor dem Licht zu schützen.

Wichtel aus Zapfen

Wenn draußen die ersten Schneeflocken tanzen und drinnen Kerzenlicht für Wärme sorgt, beginnt die schönste Zeit zum Basteln – mit natürlichen Materialien wie Zapfen zaubern wir - umweltschonend - festliche Dekorationen für ein gemütliches Zuhause. Die kleinen Wunderwerke aus dem Wald besitzen versteckte Fähigkeiten. Das Sammeln in Gärten oder Parkanlagen wird zur kleinen Entdeckungsreise, aus der nicht nur Dekorationen entstehen, sondern auch Erinnerungen. Das Arbeiten damit bietet eine wunderbare Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen. Wie wäre es mit einem Zapfenengel, einer Eule mit Eichelkappenaugen, einem Nikolo oder einem Zapfenwichtel? Mit Filzkügelchen als Köpfen, kleinen Flügeln aus Papier oder Stoff und einem goldenen Faden zum Aufhängen werden Zapfen zu himmlischen Begleitern durch die Adventszeit. Unter https://baumhausbande.com/basteln/bastelideen-zu-weihnachten/wichtel-basteln-aus-tannenzapfen gibt es auch eine Anleitung dazu.

Zwei Zungenbrecher 

Zwölf zünftige Zipfelmützenzwerge, die auf zwölf Tannenzapfen saßen, aßen zweihundertzweiundzwanzig winzige Zwetschken. Als die zwölf zünftigen Zipfelmützenzwerge die zweihundertzweiundzwanzig winzigen Zwetschken gegessen hatten, sagte Zwerg Zwuckel zu Zwerg Zwockel „mich zwickts im Bauch“, drauf sagt Zwerg Zwockel zu Zwerg Zwuckel „mich auch“. Zweitens: zwitschern zwei zwitschernde Schwalben zwischen zwei Zwetschgenzweigen. Zwischen zwei Zwetschgenzweigen zwitschern zwei zwitschernde Schwalben. Oder waren es vielleicht Zilpzalps?

Pesto aus Pignoli

Aus 20 g Pinienkernen, 3 grob gehackten Knoblauchzehen, 50 g grob zerpflückten Basilikumblättchen, 80 g Parmesan in Stücken und 125 ml Olivenöl entsteht ein Pinienkernpesto. Die Hälfte des Basilikums kann durch blanchierte würzige Petersilie ersetzt werden. Pinienkerne werden ohne Fett in einer beschichteten Pfanne bei mittlerer Hitze goldgelb angeröstet. Noch warm werden sie mit Knoblauch, Basilikum, Parmesan und Olivenöl zur groben Paste gemixt, mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt, in Gläser gefüllt und mit jeweils 1 EL Olivenöl abgedeckt, ist das Pesto im Kühlschrank ca. 1 Monat haltbar.

Zapfenkranz und Vogelkette

Gerade in der Adventzeit, wenn das Licht schwindet und die Sehnsucht nach Gemütlichkeit wächst, laden Zapfen dazu ein, kreativ zu werden.  Ob als Teil eines Türkranzes, als Tischdekoration oder als Baumschmuck – mit etwas Fantasie und wenigen Materialien entstehen aus ihnen festliche Hingucker. Mit weißer Kalkfarbe bepinselt, wirken Zapfen wie frisch aus dem verschneiten Wald geholt – perfekt für Fensterbänke oder als Baumschmuck. Für einen Lichterkranz werden Zapfen auf einem Strohring befestigt. Kombiniert mit Tannenzweigen, Kerzen und Schleifen entsteht so ein rustikaler Adventkranz. Auch Zapfengirlanden, Zapfenzweige oder von der Decke hängende Zapfenschnüre sind eine hübsche Dekoration.

Wer hat am Zapfen gezupft... Gefiederte Förster?

Hier war der Tannenhäher am Werk. Er ist in den Alpen eng mit der Zirbe verbunden, da er deren Samen sammelt, versteckt und so ihre Verbreitung fördert. Er klemmt die Zapfen an einer "Zapfenschmiede" fest, hackt die Samen heraus und versteckt sie im Boden - schätzungsweise 30.000 bis 100.000 Nüsse pro Jahr! Unentdeckte Samen lassen neue Zirben wachsen und sichern dadurch deren Bestand.  Auch andere Tiere lieben Zapfen verschiedenster Art. Einen Eindruck davon, wie unterschiedlich die länglichen Fichtenzapfen von unserer heimischen Tierwelt bearbeitet werden, erhält man unter https://naturverlag.de/shop/postkarte-nr-4-frassspuren-an-fichtenzapfen. - Die Natur bietet immer wieder spannende Spuren...

Suchen und Sammeln: Nadelbaumzapfen

Ob nun Gattungen wie Fichten, Tannen, Kiefern, Lärchen, Douglasien und Zedern aus der Familie der Kieferngewächse, ob Araukarien- oder Zypressengewächse und einige andere: Sie bilden als Nadelbäume oder Koniferen weibliche ährenförmige Blütenstände in Form von Zapfen, bestehend aus Schuppen an einem Mittelstiel, der Spindel. Zwischen den überlappenden Schuppen befinden sich die Samen. Die Schuppen an den Zapfen helfen uns, Baumgattungen zu identifizieren. Kiefernzapfenschuppen sind von Natur aus holzig und fühlen sich starr an. Im Gegensatz dazu haben Fichtenzapfen dünnere Schuppen, wodurch sie sich flexibler anfühlen. Die Länge der Zapfen ist kein zuverlässiges Unterscheidungsmerkmal für die meisten Nadelbaumarten, da sie von Baum zu Baum unterschiedlich sein kann.
Kiefernarten können weiter anhand der Länge, Farbe und Form ihrer Nadeln sowie der Anzahl zusammenhängender Nadeln bestimmt werden, die auch beim Herabfallen noch in Büscheln verbunden bleiben. Wissenswertes rund um Kiefern findet man etwa unter https://kiefernspezi.hpage.com und auf wikipedia. Unter https://www.baumportal.de/Kiefern-bestimmen.htm werden einige Arten anhand ihrer Nadeln unterschieden.

Fotos: „Natur im Garten“, Beneš-Oeller, Leithner, Pixabay

Beneš-Oeller/Leithner

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